Geschichte des Vereins

Die Geschichte des Vereins wurde von dem Ehrenmitglied Albert Hannemann und anderen älteren Sportkameraden zusammengetragen.

Der Text und die Gestaltung wurden von Rudolf Dausch und Klaus Kubach für das 100 jährige Vereinsjubiläum realisiert.

Viel Spaß beim Lesen!

Gründung und erste Entwicklungen des Turn- und Sportvereins 1902 „Einheit“ Weinheim e.V.

1902 – 1921

Beginn

Es war um die Jahrhundertwende, als die deutsche Turnerschaft, in der sämtliche im Turnbetrieb Aktiven zentral erfasst waren, den Boden der Breitenarbeit verließen und sich mehr und mehr der Heranbildung von Spitzenturnern widmete. Das konnte natürlich vielen, die nur an Leibesübungen interessiert waren oder das Turnen aus Spaß an der Freude betrieben, nicht gefallen. Die logische Konsequenz dieser sportpolitischen Ziel­setzung der deutschen Turnerschaft war die Absplitterung einer großen Zahl von Turn­aktiven, die sich in der Gründung neuer Vereine und Vereinigungen eine neue Basis für ihre turnerischen Interessen schafften.Auch in Weinheim fanden sich aus diesem Grund im Frühjahr 1902 Turner zusammen, um einen Turnverein zu gründen, in dem sie sich und ihre sportlichen Ambitionen vertreten fühlten. Nach mehreren vorbereitenden Sitzungen erfolgte am 2. Februar 1902 die Vereins­gründung. Die Gründungsmitglieder gaben dem Verein den Namen „Freie Turnerschaft 1902 Weinheim“ Als erstes Versammlungslokal wurde das Gasthaus „Zum Weinberg“ bestimmt. In speziell hergerichteten Nebenräumen dieser Gaststätte und dem Gasthof „Zähringer Hof“ fanden auch die Übungsstunden und sportlichen Wettkämpfe der ersten Jahre statt. Zum Vorsitzenden des neugegründeten Vereins wurde Jacob Metz und zum ersten Turnwart Gustav Boch gewählt.Bereits im folgenden Jahr wurde eine Vereinsfahne angeschafft und im Sinne von Turn­vater Jahn mit der Inschrift „Frisch, Stark, Treu, Frei“ geweiht.

Im Jahre 1908 kam es in Weinheim parallel zum Turn- und Sportverein „Einheit“ 1902 zu einer weitere Turnvereinsgründung mit dem Namen „Turner Einheit“. Diese Neugründung erfolgte nicht so sehr einer sportlichen Motivation wegen, sondern hatte ihren Ursprung in den damals herrschenden politischen Verhältnissen. So fühlte sich die Neugründung mehr dem bürgerlichen Lager zugetan, während der erst gegründete Verein seine Wurzeln in der Arbeiterschaft sah. Entsprechend standen beide Vereine nicht nur in sportlicher Konkurrenz zueinander. Und obwohl beide Clubs mit denselben Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, die hauptsächlich im finanziellen Bereich angesiedelt waren, durch den Erwerb oft teurer Sportgeräte und die Anmietung der für den Sportbetrieb benötigten Sportstätten, wobei mit finanzieller Hilfe der öffentlichen Hand nicht gerechnet werden konnte, gab es in den Folgejahren keine Annäherung der beiden Konkurrenten. In beiden Vereinen wurden die damals populären Disziplinen „Turnen am Barren, Reck und Pferd“, Übungen mit Keulen und Stäben, Faust- und Schleuderball, Kugel- und Steinstoßen sowie verschiedene leichtathletischen Sportarten wie Laufen, Gymnastik etc.betrieben.

Aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg ist noch ein Bild der Athleten-Abteilung erhalten, das die Schwerathleten-Riege zeigt.

Schwerathleten

Dem kontinuierliche Auf- und Ausbau beider Vereine wurde durch den Ausbruch des 1. Welt­kriegs ein jähes Ende gesetzt.

Turner im Kriegsjahr 1918

1921 – 1932

Die Zeit nach dem 1. Weltkrieg

Der Neubeginn des Vereinslebens nach den Kriegswirren brachte für beide Vereine einschneidende Veränderungen. Der 1908 gegründete Turnverein „Turner Einheit“ trat aus dem bürgerlichen Verband aus und schloss sich 1921 mit dem Turn- und Sportverein „Einheit“ 1902 Weinheim zusammen. Der dadurch entstandene Großverein gab sich den Namen „Turner-Einheit Weinheim 1902“, dem nun auch eine eigenständige Frauenabteilung angegliedert war. Vereinslokal wurde das Gasthaus zur Linde in der Müllheimertalstraße. Zum 1. Vorsitzenden wurde Johann Fath gewählt.

Johann Fath 1. Vorsitzender 1921 – 1926

Eine  starke  personelle  und sportliche Entwicklung nahm der Verein durch die Gründung einer Raffball- und Fußballabteilung in den Jahren 1921 und 1922. Die vorhandenen Sportstätten waren den angewachsenen Trainings- und Wettkampferforder­nissen kaum noch gewachsen. Insbesondere fehlte ein eigenes Sportfeld. In zähen Ver­handlungen mit der Stadt Weinheim, der Deutschen Reichsbahn und dem Rentamt des Grafen von Wambold, erreichte die Vereinsführung mit Vertrag vom 28. Februar 1923 die  Verpachtung  eines Geländes (ehemalige Schindkaut) im Birkenauer Tal.

Der Platz konnte jedoch in seinem bestehenden Zustand nicht als Sportfeld genutzt werden, da er u. a. erhebliche Höhenunterschiede aufwies. Mit großem Idealismus errichteten die Mitglieder unter Mithilfe zahlreicher Freunde des Vereins einen wettkampffähigen Sportplatz auf dem sportliche Großveranstaltungen erfolgten, wie das Bild aus dem Jahre 1926 zeigt.

Freiübungen der Turnereinheit auf dem TuS-Platz 1926

Als im Jahre 1926 die behördliche Genehmigung zum Bau eines einstöckigen Vereinshauses und einer zweistöckigen Halle vor­lag, wurde auch diese Projekte realisiert. Die Errichtung eines Kleinkaliberschießstandes am nördlichen Teil des Geländes beendete die geplanten Bauvorhaben. Sport­platz und Immobilien konnten im Jahre 1927 rechtzeitig zum 25jährigen Vereinsjubi­läum ihrer Bestimmung übergeben werden. Mit der Ausrichtung des Kreisturnfestes feier­te der Verein unter Führung des Vorsitzenden Johann Fath dieses Ereignis in würdigem Rahmen.

Parallel zu diesen Baumaßnahmen lief der Sportbetrieb mit schönen Erfolgen weiter. So konnte die Turnerriege beim Reichsturnfest 1924 den Silberkranz erringen und diesen Sieg ein Jahr später bei der Arbeiterolympiade in Frankfurt/M. wiederholen, was Weinheim zu dem Ruf verhalf, eine Turnerhochburg zu sein. Im Verlauf des Jahres 1927 wandte man sich vom Raffballsport ab und betrieb mehr und mehr Handball, was dann auch im selben Jahr zur Gründung einer Handballabteilung führte, in der sowohl Männer- als auch Frauen­handball (übrigens die erste Frauenhandballmannschaft in Weinheim und Umgebung) betrieben wurde. Mit Fußball, Faustball, Handball, Turnen, Leichtathletik, Ringen, Stemmen, Rad­fahren, Schießen, Wandern und einer Schachabteilung verfügte der Verein über eine bunte Palette sportlicher Disziplinen.

Faustballmannschaft unter Turnwart Fath

Von links: Heinrich Schröder, Hermann Seib, Johann Fath, Leonhard Seib, Jacob Fath

Vereinsriege der Turnereinheit beim Turnfest in Nürnberg 1929

Vermutlich begründet in den damals herrschenden po­litischen Verhältnissen, kam es in den Folgejahren zunehmend zu vereinsinternen Kon­flikten und Problemen, die schließlich 1930 zur Spaltung des Großvereins führten. Ein der SPD nahestehender Teil firmierte unter dem Namen „Freies Sportkartell e.V“ auf dem neuerstellten Naturinsportplatz, der Basisverein blieb unter dem Namen Arbeiter-Turn- und Sportverein Weinheim 1902 auf dem Sportgelände im Birkenauer Tal bis zum Verbot im Jahre 1933.

Vereinsname 1930

Die Geschicke des Turn- und Sportvereins „Einheit“ 02 Weinheim leitete ab 1931 der Gastwirt Leonhard Seib, dessen Gaststätte „Zum Weinberg“ in der Hauptstraße auch Vereinslokal wurde. Als Seib ein Jahr später die Gaststätte „Zur  Deutschen Eiche“ übernahm, wurde diese Lokalität als Vereinslokal genutzt.

1. Vorsitzender Leonhard Seib

In sportlicher Hinsicht waren in diesen Jahren die Handballer das Aushängeschild des Vereins; sie spielten im Arbeiter-Sport-Verband um die Südmeisterschaft.

1933

Verbot und Auflösung des Vereins

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, wurden mit Erlass vom 31. März 1933 sämtliche konfessionell und politisch orientier­ten Vereine und Vereinigungen, zu denen auch der Turn- und Sportverein „Einheit“ 02 Weinheim gezählt wurde, aufgelöst. Das Vereinsvermögen, sonstiges Eigentum und Lehr­material verfiel der Beschlagnahme und Einziehung. Beherzte Mitglieder konnten nur noch die Traditionsfahnen von 1903 und 1913 vor dem Zugriff der damaligen Machthaber retten und sie bis zum Ende der nationalsozialistischen Aera bewahren. Sie wurden nach Kriegsende unbeschädigt dem Verein wieder zurückgegeben.

1. Vorsitzender Siegfried Hartmann und

Ehrenmitglied Albert Hannemann mit der Traditionsfahne von 1903

Zeitungsbericht Weinheimer Nachrichten

Die genannten behördlichen Maßnahmen beendeten für die nächsten 14 Jahre die Existenz des Vereins. Die Handballer schlossen sich dem FV 09 Weinheim an, die Fußballer fan­den Aufnahme bei der TG Jahn 1878 Weinheim, die Kraftsportabteilung übersiedelte zum AC 1892 Weinheim.

Auflösungsanordnung vom 30. März 1933

Die Liegenschaften im Birkenauer Tal wurden am 2. August 1933 an den SA-Sturm 1/171 verpachtet, der dann im Jahre 1935 am nördlichen Hang eine Freibadanlage mit dem Namen „Horst-Wessel-Bad“ errichtete.

Horst-Wessel-Bad

1945

Neuer Anfang

Noch im Jahre 1945, nach dem vollständigen Zusammenbruch des nationalsozialistischen Deutschen Reiches, dem die Besetzung Weinheims durch amerikanische Truppen folgte, fassten fortschrittlich denkende Sportfreunde den Entschluss, den gesamten Weinheimer Sport zu einer umfassenden Gemeinschaft in einem Verein zusammenzuführen, um damit Großes zu erreichen. Es folgte die Gründung des Sport- und Kulturkartells, dessen Vorstand sich aus Vertretern aller Weinheimer Vereine zusammensetzte und in dem 13 Sportarten zusammengefasst waren. Der Waldsportplatz, die heutige Heimstätte der TSG 1862 Weinheim, wurde von der Besatzungsmacht für den Sportbetrieb freigegeben. Vermutlich aus politischen Gründen wurde diese Vereinsform wenige Wochen später von der Besatzungsbehörde verboten. Die im  Sport- und Kulturkartell zusammengefasst ge­wesenen Vereine zogen sich in der Folge auf ihre Ursprünge zurück und bauten nach den jeweiligen Vorstellungen eigenständige Unternehmungen auf. Vermutlich wiederum aus politischen Gründen wurde den Anhängern des ehemaligen „Arbeiter- Turn- und Sportvereins Einheit 1902 Weinheim“ von der amerikanischen Besatzungsbehörde die Wiedergründung unter diesem Namen verboten. Der Hintergrund dieses Verbots dürfte der beginnende West-Ost-Konflikt, auch bekannt geworden unter dem Begriff „Kalter Krieg“ und der damit einhergehenden Furcht der Amerikaner vor kommunistischer Unterwanderung gewesen sein, wobei die Amerikaner in ihrer politischen Definierung alles was links von der SPD stand und/oder den Namen „Arbeiterschaft“, „Einheit“ etc. im Wappen führte, mit kommunistisch gleichsetzten.

1947

Die Wiedergründung

Die Mitglieder des TuS  Einheit  02 Weinheim versammelten sich am 21. Juni 1947 im Gewerkschaftshaus am Marktplatz zur Wiedergründung des Vereins. Unter dem Namen „Freies Sportkartell Weinheim“ nahm der Verein mit den Abteilungen Handball und Fuß­ball unter der Führung des von der Gründungsversammlung zum 1. Vorsitzenden gewählten Fritz Fath seinen Betrieb auf.

Fritz Fath

Gründungsprotokoll 1947

1948 – 1952

Erste Schritte

Zunächst galt es, den Sportplatz im Birkenauer Tal, der während und nach dem Krieg als Lagerplatz genutzt worden war, und sich in nicht bespielbarem Zustand befand, wieder herzurichten. In das reparaturbedürftige Vereinshaus zog als Platzwart Fritz Scheller ein, dessen Arbeitseifer keinen Aufschub bei der Erneuerung von Sportplatz und Gebäuden duldete, so dass bereits 1948 die Handballer erste Freundschaftsspiele auf dem wiedererneuerten Sportfeld austragen konnten.

Mit Beginn des Jahres 1948 trat in der Vereinsführung ein Wechsel ein: als 1. Vor­sitzender wurde Georg Reinhard bestimmt.

Georg Reinhard

Unter seiner Ägide änderte der Verein in der Hauptversammlung vom 29. Mai 1949 seinen Namen wieder in Turn- und Sportverein Einheit 1902 Weinheim, um so sämtliche Missverständnisse mit den Sportverbänden zu vermeiden.

Neues Logo

Vereinslokal wurde die Gaststätte „Zum Weschnitztal“ in der Birkenauer Talstraße.  Mit dem Abbruch der Reste der Badeanstalt und der Errichtung einer Zu­schauerbarriere wurden die Ausbesserungsarbeiten an Vereinsheim und Sportplatz vor­läufig abgeschlossen, was ohne die finanzielle Hilfe der damaligen Engelbrauerei so schnell nicht hätte bewerkstelligt werden können.Nun konnte an einen regelmäßigen Sportbetrieb gedacht werden, der im Fußballbereich zur Gründung einer Privatmannschaft führte. Leider verließen diese Aktiven den Verein bereits im Jahre 1951 wieder, um sich der Fußballabteilung der TSG Weinheim anzuschlie­ßen. Trotzdem konnten dem Badischen Fußballverband zwei Senioren- und eine Jugendmann­schaft für das Spieljahr 1949/50 gemeldet werden.

Sportlich etwas weiter vorangekommen waren zu diesem Zeitpunkt bereits die Handballer, die schon seit 1948 auf dem provisorisch erneuerten Sportplatz erste Freundschafts­spiele austrugen. Nachdem aber ein regelmäßiger Sportbetrieb garantiert war, konnten die Vorbereitungen für die Saison intensiver erfolgen und bereits im Spieljahr 1951/52 wurde die 1. Mannschaft als Tabellenführer Meister der B-Klasse und stieg in die A-Klasse auf. 

1952 – 1959

Jahre der Konsolidierung

Das Jahr 1952 stand ganz im Zeichen des 50-jährigen Vereinsjubiläums. Die sportlichen Veranstaltungen fanden auf dem TuS-Sportfeld im Birkenauer Tal statt, die gesellschaft­lichen Aktivitäten zum Jubelfest und die Ehrungen in der neuerbauten Vereinshalle.

Ehrung älterer Mitglieder

Ehrung der Handball-Meistermannschaft

Von links: Albert Hannemann, Vorstand Georg Reinhard, Jack Sprenger, Heinz Maser, Ludwig Erbsenbächer, Emil Müller, Unger, Heinz Schmitt, Werner Diehm, Fritz Fath, Kurt Schmitt

Bei den Jubiläumsspielen zwischen dem 28. und dem 30. Juni 1952 standen unseren Hand­ballern die Nachbarvereine von TSV Birkenau und der TSG 1862 Weinheim, den Fußballern 03 Ladenburg und die SG Hemsbach gegenüber.

Im folgenden Jahr gab es im Handball- und Fußballbereich sportliche Erfolge zu ver­zeichnen. Bei dem damals richtungsweisenden Freudenbergturnier gelangten die Handballer ins Endspiel gegen denin der höchsten badischen Klasse spielenden TSV Birkenau; und die A-Jugend der Fußballabteilung errang die Bergstraßenmeisterschaft. Weniger von sportlichem  Aufschwung waren die folgenden Jahre gekennzeichnet. Sowohl die Handballer als auch die Fußballer hielten sich in ihren Klassen ohne mit Auf- oder Abstieg zu tun zu haben. Diese sportlich ruhigere Zeit wurde aber genutzt, um die Sportanlage im Birkenauer Tal auf ein zeitgemäßes Niveau zu bringen. So wurden 1954 die Umkleideräume im Vereinshaus fertiggestellt und im Jahr darauf die neuen Waschräume installiert und in Betrieb genommen.

Im Zuge dieser Arbeiten gelang es Platzwart Scheller, eine in 300 m Entfernung sprudelnde Quelle zu erfassen und deren Wasser in die Sanitär­räume des Vereinshauses umzuleiten, so- dass hier geduscht werden konnte, eine in der damaligen Zeit im Sportbetrieb noch seltene Möglichkeit. Die Fußballabteilung bildete 1956 eine neue Privatmannschaft, was sich auch förder­lich auf die im Leistungssport tätige 1. Mannschaft auswirkte. Sie erreichte im Spiel­jahr 1958 die Meisterschaft der B-Klasse Nord des Kreises Mannheim und damit den Auf­stieg in die A-Klasse. Ohne spielerische Verstärkung war diese Klasse jedoch nicht zu halten, sodass man sich im Folgejahr wieder in der Ausgangsposition befand. Erfreu­lich jedoch, dass man aus dem Spielerreservoir eine AH-Mannschaft um die Aktiven Lutz, Krastel, Hiller, Latzko und Schneider bilden konnte. Auch die Privatmannschaft hatte sich konsolidiert und nahm an den Verbandsspielen für Privatmannschaften des Fußballkreises Mannheim teil.

Bei den Handballern stagnierte die spielerische Qualität. Die 1. Mannschaft wurde 1959 Tabellenletzter und musste nach sechsjähriger Zugehörigkeit die A-Klasse in Richtung B-Klasse verlassen.

1960 – 1969

Überschattet wurde das Jahr 1960 von dem Tod des langjährigen 1. Vorsitzenden Georg Reinhard. Sein Nachfolger wurde der bisherige 2. Vorsitzende Christian Wielandt.

Christian Wielandt

Das Spieljahr 1960/61 wurde zu einem erneuten Glücksfall für die Fußballer, da die 1. Mannschaft unter Trainer Emil Schneider in die A-Klasse aufstieg, in der sie in den kommenden Jahren verblieb. Diese Leistung ist umso höher zu bewerten, da es keinerlei finanzielle Zuwendungen seitens des Gesamtvereins an die Spieler gab. Selbst das monatliche Trainergehalt von 20 DM konnte oftmals mangels „Masse“ nicht bezahlt werden, so dass man mit Fug und Recht behaupten darf, dass allein sportlicher Idealismus die Triebfeder der Leistung war.

Aufgrund der finanziellen Situation war es natürlich nicht möglich, einen Trainer auf  Gehaltsbasis zu verpflichten. So übernahmen in den Folgejahren des Aufstiegs in die A-Klasse aus dem Spielerkader herausragende Persönlichkeiten wie Georg Müller und Herbert Schuhmacher das Training der Seniorenmannschaft. Von der ihnen zugedachten Aufwandsentschädigung in Höhe von 20 DM überwiesen diese Idealisten 15% an die Schüler­abteilung, die – wie die übrigen Vereinssparten – ohne regelmäßige finanzielle Zuwendungen des Gesamtvereins bestehen musste. Dass trotz diesen widrigen Umständen noch eine ge­deihliche Jugendarbeit erfolgte, ohne die ein Verein mit der Struktur des TuS 02 Wein­heim nicht existensfähig wäre, war Sportkameraden wie Philipp Schneider, Karl Groß und Walter Krastel zu verdanken, die als Jugendleiter zu wahren Improvisations- und Motiva­tionskünstlern avancierten. Der im Spieljahr 1972/73 erreichte 4. Tabellenplatz in der spielstarken A-Klasse zeigt, dass diese Generation auch ohne das „große Geld“ , allein getragen von Idealismus und Zusammengehörigkeit im sportlichen Bereich durchaus mithalten konnte, wobei noch anzumerken ist, dass der jeweilige Spielerkader nur aus dem eigenen Nachwuchs ergänzt wurde, da für die Verpflichtung vereinsfremder Spieler ent­weder das Geld oder der sportliche Anreiz fehlten.

Einen herben Verlust musste der Gesamtverein im Jahre 1962 durch den Tod des 1. Vor­sitzenden Christian Wielandt hinnehmen. Sein Nachfolger wurde Heinrich Dietz, der in diesem Jahr auch das 60. Vereinsjubiläum leitete.

Heinrich Dietz

Unter seiner Obhut wurde mit Wir­kung vom 24. März 1962 eine neuerarbeitete Vereinssatzung in Kraft gesetzt, die den durch die zeitliche Wandlung bedingten Gegebenheiten entsprach. Im Folgejahr wurde der Um­bau der Vereinsanlage im Birkenauer Tal in Angriff genommen. Bis zum Jahresende waren die noch aus den Vorkriegsjahren stammenden Kabinentrakte abgerissen und in einen großen Versammlungsraum mit dazugehörender Küche umgewandelt. Die Bautätigkeit bildete noch bis Mitte des Jahres 1965 den Schwerpunkt der Vereinstätigkeit, mit dem Ergebnis, dass die neugeschaffene TuS-Sportlerklause dem Ehepaar Walter und Helene Krastel als erstem Pächter übergeben werden konnte.

Einen erneuten – und im Hinblick auf die in diesem Jahr geplanten Aktivitäten – beson­ders schweren Verlust hatte der Verein mit dem 1967 an den Folgen eines Verkehrsunfalles verstorbenen Platzwart Fritz Scheller zu tragen. Auf seinen Nachfolger Karl Groß kam sofort umfangreiche Arbeit zu, da die Handballabteilung unter Führung von Albert Han­nemann ihr 40-jähriges Jubiläum neben einem Festbankett im Bienhaus-Saal mit einem großen Turnier auf der Sportanlage im Birkenauer Tal feierte. Im sportlichen Wett­streit maßen sich 16 Schüler- und 16 aktive Mannschaften, was ein zur damaligen Zeit herausragendes Starterfeld darstellte.

Sportliche Erfolge hatte auch die spielstarke Fußball-Privatmannschaft zu verzeichnen. Nach ihrem 1962 erfolgten Aufstieg von der C- in die B-Klasse, qualifizierte sich das Team nun für die A-Klasse.

Diese durch bloßen Idealismus zustande gekommenen Erfolge im sportlichen wie auch ge­sellschaftlichen Bereich würdigte der Gesamtverein durch die Ernennung der herausra­genden Sportfreunde Fritz Fath und Leonhard Seib zu Ehrenmitgliedern. Die Jahre 1968 und 1969 sahen im Mittelpunkt der Vereinstätigkeit wiederum Ausbau- und Erneuerungsarbeiten an der Sportanlage im Birkenauer Tal. Nachdem die Gemeinde Birkenau  endlich einen Wasseranschluss gelegt hatte, in dessen Zusammenhang auch die Asphaltierung der gesamten Sportplatzzufahrt beschlossen wurde, konnte mit Hilfe und Unterstützung Weinheimer Geschäftsleute, einer Spendenaktion und des Privatdar­lehens eines Vereinsfreundes das gesamte Sportgelände mit einer zwei Meter hohen Um­zäunung versehen werden.

1970 – 1980

Unter dem 1970 zum 1. Vorsitzenden gewählten Fritz Eidenmüller

Fritz Eidenmüller

wurde der Handballab­teilung durch die Gründung einer Damensparte und Bildung einer Frauenhandballmann­schaft unter Leitung von Heidrun Müller, frischer Wind zugeführt . Dieses Jahr stand ferner auch im Zeichen externer Ehrungen herausragender TuS-Persönlichkeiten.  Das Ehrenmitglied Leonhard Selb wurde von der Stadt Weinheim mit der Ehrenmedaille, Sportfreund Heinrich Dietz mit der Goldenen Ehrennadel der Stadt ausgezeichnet. Rechtzeitig zum 70-jährigen Jubiläum im Jahre 1972 konnte eine restaurierte Sport­anlage im Birkenauer Tal vorgestellt werden. Selbst für eine Flutlichtanlage war mit Unterstützung der Stadt Heidelberg und der Fa. Walz der Grundstein gelegt; die Beleuchtungseinrichtung wurde ein Jahr später ihrer Bestimmung übergeben. Im sportlichen Bereich waren im Jubiläumsjahr sowohl die Handballer in der B-Klasse als auch die Fußballer in der A-Klasse im oberen Tabellenbereich zu finden. Leider konnten die sportlichen Ambitionen auf dieser Erfolgsspur nicht fortgeführt werden. Die Handballer stagnierten mit ihrer Leistung in den Folgejahren in der B-Klas­se, im Fußballbereich wurde das von der AH ausgerichtete traditionelle Georg- Reinhard-Gedächtnisturnier 1973 zum 14. und letzten Male veranstaltet; die Fußball-Privatmann­schaft wurde in diesem Jahr gänzlich abgemeldet, da die Spieler für die Aktivitätsmannschaft benötigt wurden.

Besser lief es für den Gesamtverein im wirtschaftlichen Bereich. Durch die Teilnahme an der Weinheimer Kerwe mit einer Straußwirtschaft auf dem Marktplatz konnte der fi­nanziellen Flaute ein wenig entgegengewirkt werden. Das Auffüllen der Kasse war auch nötig, da man sich seitens der Vereinsführung für das Jahr 1974 weitere Reparatur- und Gestaltungsmaßnahmen auf dem Sportgelände im Birkenauer Tal vorgenommen hatte. Zunächst wurde das Dach des Vereinshauses mit As­phaltschiefer neu eingedeckt, was eine vergleichsweise harmlose Arbeit im Hinblick auf das Auffüllen des Schwimmbeckens des Horst-Wessel-Bades  war. 30000 cbm Bauschutt, der zum größten Teil vom Abriss der Seifenfabrik in der Grundelbachstraße stammte,  füllten diese Grube auf und schufen die Voraussetzung für die Anlage eines weiteren Trainingsplatzes. Das Gelände dient heute dem Verein und den Sportschützen als Parkplatz.

Ausgerechnet im Jahr eines größeren sportlichen Erfolges bei den Handballern – die 1. Mannschaft schaffte unter Trainer Norbert Schmitt den Aufstieg in die A-Klasse und die B-Jugend wurde unangefochtener Staffelsieger – fiel 1975 der Beschluss des Deutschen Handball-Bundes, keine deutsche Großfeldmeisterschaft mehr auszutragen. Dieser Ent­scheid hatte in der Folge natürlich auch seine Auswirkung bis in die unteren Klassen. Das wettkampfmäßige Handballspiel wurde mehr und mehr vom Feld in die Halle verlagert, was eine Neuorientierung für Training und Spiel erforderte. Trotz dieser Umstellung hielt der sportliche Aufwärtstrend bei den Handballern an. Die Damenmannschaft wurde sowohl in der Halle als auch auf dem Feld Meister und stieg in die A-Klasse auf;auch die männliche B-Jugend konnte im Folgejahr erneut Staffelsieger werden. Das Jahr 1977 war geprägt vom 75-jährigen Jubiläum des Gesamtvereins. Unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Fritz Eidenmüller feierte der TuS 02 Weinheim dieses Ereignis zwischen dem 4. und 12. Juni 1977 mit einem Festbankett und einem umfangreichen Sport­programm der Hand- und Fußballer auf dem Sportgelände im Birkenauer Tal. Rechtzeitig zum 75-jährigen Vereinsbestehen konnte man die Wiedergründung einer Damengymnastikabteilung bekanntgeben, die als dritte Sparte im Gesamtverein integriert wurde.

Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten konnten zahlreiche verdiente Sportfreunde des Vereins Ehrungen entgegennehmen. Herausragend dabei die Ehrungen durch den Badischen Handballverband. So erhielten Georg Bolz und Fritz Eidenmüller die Ver­dienstnadel in Gold sowie Siegfried Hartmann, Jürgen Gulden und Willi Schmitt die Ver­dienstnadel in Silber.

Der Badische Fußballverband ehrte mit der Verdienstnadel die Sportkameraden Karl Groß, Karl Morner, Erich Müller, Erwin Peppel und Emil Schneider. Als Ehrenmitglieder wurden ernannt Georg Bolz und Ludwig Erbsenbächer.

Leider riss im Jahre 1978 der Erfolgsfaden der Fußballer. Die 1. Mannschaft musste nach 17 Jahren in der A-Klasse in die B-Klasse absteigen. Trotz aller Bemühungen gelang es in den Folgejahren nicht mehr, diese Spielklasse nach oben zu verlassen. Positiv dagegen der Betrieb in der Privatmannschaft, die dank der unermüdlichen Tatkraft von Horst Naumburg ihre Tradition durch den Einstieg in die Punktspiel­runde aufrecht erhalten und fortsetzen konnte.

Erfreuliches gab es auch aus der Handballabteilung zu berichten, wurde doch deren Leiter Albert Hannemann für seine Tätigkeit in und für den Handballkreis Mannheim mit der höchsten Ehrung des Badischen Handballverbandes – dem Ehrenbrief – ausgezeichnet.

Das Jahr 1979 wurde durch den Tod des letzten noch lebenden Gründungs- und Ehren­mitglieds Johann Fath überschattet, der im Alter von 93 Jahren verstarb und in Heddesheim seine letzte Ruhe fand.

1980 – 1989

Das Jahr 1980 stand im Zeichen von Vorstandswahlen. Nachdem der bisherige 1. Vor­sitzende Fritz Eidenmüller nicht mehr kandidierte, hieß es einen Nachfolger zu finden. Die Wahl fiel auf Siegfried Hartmann.

Siegfried Hartmann

Mit ihm übernahm ein Vertreter der jungen Generation die Führung des Gesamtvereins. Dass Freud und Leid im Vereinsgeschehen eng beisammen sind, konnte der neugewählte 1. Vorsitzende noch im gleichen Jahr erfahren. So durfte er der weiblichen Handball-A-Jugend zur Staffelmeisterschaft und der Fußball-Privatmannschaft zur Meisterschaft in der C-Klasse und dem damit verbundenen Aufstieg in die B-Klasse gratulieren.

Dagegen hieß es anlässlich des Todes von Ehrenmitglied  Leonhard Seib eine traurige Ehrenpflicht zu erfüllen.

1982 stand im Zeichen des 80-jährigen Vereinsjubiläums, das unter der Führung von Siegfried Hartmann gefeiert wurde. Leider war aber auch in diesem Jahr der Tod eines Ehrenmitglieds zu beklagen. Mit Ludwig Erbsenbächer, einem Gründungsmitglied der Handballabteilung im Jahre 1927, verließ ein Sportkamerad, der auch hohen Anteil an der Wiedergründung dieser Abteilung im Jahre 1947 hatte, für immer die Reihen des TuS 02 Weinheim.

Im folgenden Jahr wurde eine Handball-AH-Mannschaft aus der Taufe gehoben. Bei derGründungsversammlung in der Gaststätte „Zum Schlachthof“ernannte man den Sportkameraden Karl Lutz zu ihrem Leiter.

Schon mit seinem Amtsantritt 1980 als 1. Vorsitzender des Gesamtvereins TuS 1902 Wein­heim, setzte Siegfried Hartmann die Generalsanierung der Vereinsgebäude auf dem Sport­gelände im Birkenauer Tal auf die Prioritätenliste. Es dauerte aber vier Jahre bis endlich am 13. März 1984 die Baugenehmigung für die Umbauten des Gebäudetrakts, zu­sammen mit der verbindlichen Zusage der Stadt Weinheim, dem Verein sowohl fachlich als auch finanziell bei der Projektgestaltung unter die Arme zu greifen, vorlag. Die Hochbauabteilung der Stadt lieferte Vorentwurf und Pläne für die Umbaumaßnahmen, die dann unter der fachlichen Leitung von Dipl. Ing. Gerhard Mackert am 20. Oktober 1984 begonnen wurden. Der erste und wichtigste Bauabschnitt konnte 1987 bei  „Kaiser­wetter“ in Anwesenheit von Oberbürgermeister Kleefoot und Erstem Bürgermeister Daffinger in einem Festakt seiner Bestimmung übergeben werden. Nicht unerwähnt darf dabei bleiben, dass der Verein durch Eigenarbeit der Vereinsmitglieder rund 100 000 DM einsparte, was als Zeichen eines noch immer im Turn- und Sportverein herrschenden Ge­meinsinns zu werten war.

Neues Vereinsgebäude

Die Fertigstellung und Nutzung des neuen Domizils war auch im Hinblick auf den Verlust der als Vereinslokal dienenden Gaststätte „Weschnitztal“ wichtig, nachdem der Wirt dieser Lokalität seinen Betrieb aufgab.

Ein weiteres freudiges Ereignis hielt das Jahr 1987 mit dem 10-jährigen Jubiläum der Gymnastikabteilung, unter der Leitung von Doris Kochendörfer, bereit. Anlass genug, dieses ereignisreiche Jahr mit dem 1. Winterfest am 21. November 1987 im Rolf-Engelbrecht-Haus zu feiern.

Das Ableben des Handballkameraden und Ehrenmitglied Georg Bolz erinnerte aber auch an das Vergängliche allen Seins.

Die folgenden Jahre waren nicht so sehr von sportlichen Ereignissen geprägt. Im Vor­dergrund standen mehr oder weniger erfreuliche vereinsinterne Angelegenheiten. So zer­störte ein schweres Unwetter im Jahr 1988 das Ballfanggerüst auf dem Sportgelände im Birkenauer Tal, dessen Wiedererrichtung dem Verein längere Zeit Sorgen bereitete.

Nicht behoben werden konnte jedoch der Spielermangel bei der Fußballprivatmannschaft, die ihren Spielbetrieb aus diesem Grund 1989 einstellen musste. Leider musste auch Sportfreund Walter Krastel krankheitsbedingt seine Tätigkeit als Betreiber der TuS-Gaststätte auf dem Sportgelände im Birkenauer Tal aufgeben und schon im folgenden Jahr wurde der ehemalige langjährige 2. Vorsitzende des Gesamtvereins unter großer Anteil­nahme der Mitglieder zu Grabe getragen.

Walter Krastel

Als erfreuliches Ereignis konnte in dieser Zeit lediglich die 1989 gegründete Basketballabteilung zählen, die dem Verein unter ihrem Abteilungsleiter Benni Schmitt als 4. Sektion angeschlossen wurde.

Baskettball-Gründungsmannschaft 1989

Die Abteilung gewann mit dem US-Auswahlspieler Eugene Grant einen Trainer und Top-Scorer von solchem Format, dass sie noch im Gründungsjahr erfolgreich in die Verbandsrunde Baden-Württemberg aufsteigen konnte und darin in den nächsten drei Jahren einen guten Part spielte.

1990 – 2002

Am 1. Mai 1990 wurde das Mitte der sechziger Jahre eingeschlafene Mai-Fest, das auf dem Sportgelände im Birkenauer Tal stattgefunden hatte, wiederbelebt. Um dem Ereig­nis eine größere Publikumsresonanz zu garantieren, musste der Ort der Austragung zentraler gelegt werden. Mit dem Schulgelände der Dietrich-Bonhoeffer-Schule fand man – was das Besucheraufkommen anging – einen wesentlich besseren Ort als den etwas abgelegenen Sportplatz.

Im selben Jahr konnten im Rahmen des Winterfestes die Sportkameraden Albert Hannemann, Karl Morner und Wilhelm Schuhmann die Ernennung als Ehrenmitglieder des Vereins ent­gegennehmen.

Auch im Fußballerlager war Bewegung angesagt, als im Juni 1991 das Walter-Krastel-Gedächtnis-Turnier ins Leben gerufen wurde. Das Turnier wurde zunächst für AH-Mannschaften ausgeschrieben und hatte mit 8 Meldungen einen durchaus guten und erfolg­versprechenden Start.

In der Jahreshauptversammlung der Fußballabteilung gab deren Leiter, Karl Morner, nach 23-jähriger Tätigkeit die Verantwortung in jüngere Hände. Nachfolger wurde Hans Kochendörfer. Karl Morner wurde für seine Verdienste in Sachen Fußball zum Ehrenabteilungsleiter ernannt.

Karl Morner

Auch bei den Liegenschaften auf dem Sportgelände im Birkenauer Tal tat sich Positives. So konnten unter der tatkräftigen Mithilfe vieler Vereinsmitglieder die Erneuerungs­arbeiten am Vereinshaus zu einem vorläufigen Abschluß gebracht werden, und in Sachen Gastwirtschaft wurde mit Bernd Krastel, dem Sohn des verstorbenen langjährigen 2. Vor­sitzenden Walter Krastel, ein neuer Betreiber gefunden. Auch das Platzwartproblem konnte endlich einer Lösung zugeführt werden. Mit Toni Herd war ein Mann gefunden, der seine Arbeit zur vollen Zufriedenheit der Vereinsführung erledigte.  

Die Fortsetzung des im Vorjahr wieder aufgenommenen Maifestes und die Bewirtschaftung einer Straußwirtschaft bei der Weinheimer Kerwe waren Publikumsmagnete und wiesen auf die Aktivität des Vereins hin. Leider ließ sich ein weiterer Wirtschaftsbetrieb bei der Weinheimer Kerwe nicht mehr fortführen, weil die Bohrmann’sche Scheune, in der der Verein seine Straußwirtschaft hatte, wegen Krankheit ihres Eigentümers nicht mehr zur Verfügung stand und ein anderes, für eine Bewirtschaftung interessantes Objekt, bislang nicht gefunden werden konnte.

Wie wichtig gerade auch die Einnahmen aus solchen Bewirtschaftungen für die Vereins­kasse waren und sind, zeigte bereits das folgende Jahr, als man aufgrund mangelnder Finanzen die erst drei Jahre zuvor gegründete Basketballabteilung auflösen musste. Diese Abteilung konnte sich aus eigenen Kräften im wirtschaftlichen Bereich nicht halten und war auf ständige Hilfe des Gesamtvereins angewiesen, die dieser  – selbst unter chronischer Geldnot leidend – nicht mehr länger gewähren konnte.

Bei der Auflösung einer Vereinsabteilung aus rein finanziellen Gründen überkommen einem immer wehmütige Gedanken: was alles hätte man erreichen können, was alles könnte man erreichen, wenn die finanziellen Voraussetzungen gegeben wären. Leider zog sich der Finanzmangel, einem roten Faden gleich, durch die gesamte Vereinsgeschichte, von der Gründung angefangen bis hinein in die Neuzeit.

Das dritte Maifest am 1. Mai wurde dagegen unter dem Motto „Mit Spiel und Spaß rund um die Dietrich-Bonhoeffer-Schule“ unter der Schirmherrschaft von OB Kleefoot kräftig ausgebaut. Mit dabei waren Tanzgruppen der türkischen und spanischen Mitbürger, die dem Festbetrieb mit der Vorführung heimischer Folklore einen internationalen Charakter gaben. Als ein weiterer Höhepunkt gestaltete sich das Prominentenfußballspiel einer Mann­schaft der Stadtverwaltung gegen eine Elf des Gemeinderates, wobei das Ergebnis nur eine untergeordnete Rolle spielte.

Übrigens standen diese Veranstaltung und sämtliche noch im Jahr 1992 durchgeführten Aktivitäten unter dem Zeichen „90 Jahre TuS 02 Weinheim“.  Zusätzlich konnten auch die einzelnen Abteilungen auf  diese Jubiläumszahl schauen. So konnten die Fußballer unter Führung von Abteilungsleiter Klaus Krastel auf ihr 70-jähriges Bestehen blicken. Die Abteilung machte sich selbst ihr schönstes Geburtstagsgeschenk durch den Aufstieg ihrer 1. Mannschaft in die A-Klasse.

Ein weiterer Glanzpunkt war auch die Wiedergrün­dung der Fußball-Privatmannschaft, die bereits zu Beginn der Verbandsrunde zeigte, dass es sich um eine spielstarke  Formation handelte.

Geburtstag feierte man in diesem Jahr auch bei den Handballern, die unter Leitung von Siegfried Hartmann, der die Abteilung in Personalunion mit seinem Amt als 1. Vor­sitzender des Gesamtvereins führte, Jubiläum beging.

Jubilieren durfte auch  die Damengymnastikabteilung unter Doris Kochendörfer im 15. Jahr ihres Bestehens.

Keine Frage, dass diese Vielzahl an Geburtstagen auch Anlass für entsprechende Ver­anstaltungen waren, die sich das ganze Jahr 1992 über hinzogen. So veranstalteten die Fußballer zum zweiten Mal das Walter-Krastel-Gedächtnis-Turnier am 12. und 13.Juni und am 7. November wurde im Rolf-Engelbrecht-Haus das Winterfest als große Jubiläumsveranstaltung mit Ehrungsabend gestaltet. Siegfried Hartmann wurde für seine nunmehr 12-jährige Amtsführung als 1. Vorsitzender des Gesamtvereins mit dem TuS-Ehrenteller ausgezeichnet, verbunden mit einer Würdigung durch den Badischen Fußballverband und dem Turngau Karlsruhe.

Wilhelm Schuhmann erhielt vom Badischen Handballverband den Ehrenbrief – die höchste Auszeichnung des Verbands – für seine ehrenamtliche Tätigkeit in und um den Verein und den Handballsport. In die Riege der Ehrenmitglieder wurde der Sportfreund Erwin Peppel mit einem Festakt berufen.

Insbesondere Schwierigkeiten im Nachwuchsbereich zwangen die Verantwortlichen der Hand­ballabteilung in den Folgejahren zu neuen Überlegungen. Ähnlich den Beispielen bei vielen umliegenden und befreundeten Vereinen, schwebte der Führungsriege die Bildung einer Handballspielgemeinschaft vor, um so den Sportbetrieb auf breiter Basis weiter­führen zu können. Bei der Suche nach einem adäquaten Partner stieß man auf die Hand­baller des FV 09 Weinheim, die vor ähnlichen Problemen standen. Nach ersten Annäherungs­gesprächen entschlossen sich beide Handballabteilungen zur Bildung einer Handballspiel­gemeinschaft. Auf der Grundlage eines von Rudolf Dausch (FV 09) ausgearbeiteten Ver­trages schlossen sich die Handballabteilungen beider Vereine zum 1. Mai 1994 zu einer Handballspielgemeinschaft (HSG)TuS 1902/FV 1909 Weinheim zusammen und nahmen unter die­sem Namen auch den Sportbetrieb auf.

Als Gesamtabteilungsleiter stand Siegfried Hartmann einer aus beiden Abteilungen gebildeten Führungsmannschaft vor. Bereits im Dezember desselben Jahres, anlässlich der Weihnachtsfeier, der ersten größeren gesellschaftlichen Unternehmung der neuge­bildeten HSG, konnte Siegfried Hartmann nicht nur einen steilen sportlichen Aufschwung, sondern auch ein gutes Zusammenwachsen in allen übrigen Bereichen feststellen. Dieses Fazit wurde dann bei der ersten Jahreshauptversammlung der neugegründeten HSG im jetzigen Philipp-Eidenmüller-Keller in vollem Umfange bestätigt.

Insgesamt standen sieben Mannschaften im sportlichen Wettbewerb, wobei die 1. Damenmannschaft mit dem Aufstieg in die A-Klasse bereits einen ersten Erfolg für die Abteilung verbuchen konn­te.

Dieser Aufschwung, im sportlichen wie im gesellschaftlichen Bereich konnte in der zweiten Jahreshauptversammlung der HSG bestätigt werden. Abteilungsleiter Siegfried Hartmann berichtete von neun im aktiven Wettbewerb stehenden Mannschaften, wobei die 1. Damenmannschaft in sportlicher Hinsicht wiederum Aushängeschild war. In sportlicher und vor allem finanzieller Hinsicht waren auch die durch die Handballabteilung des FV 09 eingeführten Zweiburgen-Kleinfeld-Turniere, die von der HSG weiter durchgeführt wurden, ein voller Erfolg.

Priorität im verwaltungstechnischen Bereich des Gesamtvereins hatte ab 1996 wieder einmal die Sanierung des Sportplatzes im Birkenauer Tal, der in seinem derzeitigen Zustand nur eingeschränkt bespielbar war und den Fußballern nicht gerade optimale Voraussetzungen für Training und Verbandsspiele bot. Dass sich die Fußballabteilung trotz dieser nicht gerade erfreulich zu nennenden Bedingungen mit ihrer aktiven 1. Mannschaft nicht mit der Abstiegsfrage beschäftigen musste, sprach  für sie und die Einstellung ihrer Aktiven. Allerdings konnte man unter diesen Umständen auch keine höheren Ziele ansteuern.

Im gesellschaftlichen Umfeld des Vereins prägten das Maifest auf dem Dietrich-Bonhoeffer-Schulgelände, das Sommerfest auf dem Sportplatz im Birkenauer Tal sowie das Win­terfest im Rolf-Engelbrecht-Haus das Zusammengehörigkeitsgefühl der Vereinsmitglieder.

Dass bei einem Verein mit der Struktur wie der TuS 1902 Weinheim Kooperation und Zu­sammenarbeit der einzelnen Abteilungen und damit der Mitglieder erfolgreiche Arbeit bewirkt, zeigt sich sowohl im sportlichen als auch im sonstigen vereinsinternen Bereich. So gelang es 1997 der 1. Handballdamenmannschaft von der Kreisklasse A in die Kreisliga aufzusteigen und auf dem Sportgelände im Birkenauer Tal konnten die Renovierungs- und Sanierungsarbeiten des Sportfeldes und der Baulichkeiten trotz zurückgehender Einnahmen einem guten Ende zugeführt werden. In der Jahreshauptversammlung vom April 1998 erhielt der 1. Vorsitzende des Gesamtvereins, Siegfried Hartmann, mit seiner 10. Wiederwahl zum Vereinsvorsitzenden den Dank der Mitglieder.

Darüberhinaus bedankte sich die 1. Männermannschaft der Handballer für das Engagement des 1. Vorsitzenden auf sportlichem Gebiet, indem sie – unter der Trainingsleitung von Karl-Heinrich Fath – in die Kreisklasse A aufstieg. Im Oktober 1998 wurde der TuS 02 Weinheim von Ereignissen tangiert, auf die er keinen Einfluss nehmen konnte. Durch die im Handballbereich bestehende Spielgemein­schaft mit der Handballabteilung des FV 1909 Weinheim verbunden, nahm der Verein zwangs­läufig auch am Geschick, wenn auch nur mittelbar, dieses Clubs teil. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten der Fußballabteilung des FV 1909 Weinheim hatten sich dessen Mitglieder im Oktober dieses ereignisreichen Jahres 1998 mehrheitlich entschlossen, eine Verschmelzung mit der TSG Weinheim einzugehen. Die Folge dieser Entscheidung war die totale Auflösung des Vereins FV 1909 Weinheim und damit auch deren Handballabteilung. Die Mitglieder dieser Abteilung schlossen sich im Anschluss an die Vereinsauflösung in ihrer Mehrzahl dem TuS 1902 Weinheim an, mit dem sie durch die Handballspielgemeinschaft schon enge Be­ziehungen hatten. Die Handballspielgemeinschaft konnte aufgrund dieser Ereignisse natürlich nicht mehr weitergeführt werden und wurde mit Saisonende aufgelöst. Als alleinige Rechtsnachfolgerin im sportlichen wie im verwaltungstechnischen Bereich trat ab dem Spieljahr 1999 die Handballabteilung des TuS 1902 Weinheim und damit auch der Gesamtverein TuS 1902 Weinheim das Erbe an.

Naturgemäß traten hinter diesen spektakulären Ereignissen die sportlichen Tätigkeiten etwas in den Hintergrund, was aber zumindest im Handballbereich durchaus nicht ge­geben war, wie der Jahresbericht des 1. Vorsitzenden und Handballabteilungsleiters Siegfried Hartmann aufzeigte, den er anlässlich der Handballer-Weihnachtsfeier im Dezember 1999 vorlegte. Danach waren sieben Mannschaften der Handballabteilung im aktiven Spielbetrieb mit gutem Erfolg beschäftigt.

In finanzieller Hinsicht wurde der Verein im Jahre 2000 nochmals stark belastet. Sturm- und Wasserschäden  machten die Neueindeckung des Daches vom Platzwarthaus und die Renovierung des durch den Wassereinbruch geschädigten Versammlungsraumes erforderlich. Die Arbeiten, zum Großteil durch engagierte Mitglieder ausgeführt, an der Spitze Philipp Eidenmüller und Herbert Kilian, standen im Jahre 2001 vor dem Abschluss.

Die TuS-Sportanlage während des Sommerfestes 2001

Links das neueingedeckte Platzwarthaus, in der Mitte das Wirtschaftsgebäude und rechts die Umkleidekabinen

Die Fußballabteilung

Die Gründung 1922

In den Jahren nach dem 1. Weltkrieg wurde von England aus ein neues Ballspiel, „Football“, oder zu deutsch „Fußball“ genannt, auf den europäischen Kontinent transferiert. Zu Beginn der zwanziger Jahre fanden immer mehr Mitglieder deutscher Sportvereine Ge­fallen an diesem, im Grunde genommen von der Regel und Spielweise her, einfachen Spiel. Das Fußballspiel trat in Deutschland seinen Siegeszug an und überholte alsbald alle an­deren, bis dahin populäre Ballspielarten.

Auch beim Turn- und Sportverein 1902 Weinheim, damals noch unter dem Vereinsnamen „Turner-Einheit 1902 Weinheim“ fanden sich zahlreiche Sportfreunde, die Spass an dem neuen, von der britischen Insel herübergekommenen Ballspiel hatten. So war es nur eine Frage der Zeit, bis sich interessierte Mitglieder und Sportfreunde des TuS 1902 entschlossen, für das neue Ball- und Mannschaftsspiel eine eigenständige Abteilung, die Fußballabteilung, innerhalb des Gesamtvereins, der bis zu dieser Zeit noch beherrscht war von Turnern, Kraftsportlern und Raffballspielern, zu gründen. Und obwohl bis zum Gründungsjahr 1922 ein für das Fußballspiel geeignetes Spielfeld nicht vorhanden war, entschlossen sich fußballbegeisterte Sportkameraden, eine Fußballabteilung aufzubauen. 

Als Vereinslokal wurde das Gasthaus „Zum Weinberg“ in der Hauptstraße, gewählt. Mit dem Umzug der Wirtsleute, der Familie Leonhard Selb, in die Gaststätte „Zur Eiche“, in der Grundelbachstraße, übersiedelte die neugebildete Fußballabteilung mit in dieses Lokal.

Erste Anfänge 1923-1927

Wichtig war nun vor allem, ein eigenes Sportfeld zu erlangen, um dem Ballspiel nachge­hen zu können. Die Bemühungen hatten 1923 Erfolg. Mit Vertrag vom 28. Februar 1923 wurde das Sportgelände im Birkenauer Tal, die damalige „Schindkaut“ von der Stadt Weinheim, die Eigentümerin des Geländes war, an die Turner-Einheit 1902 verpachtet. Der zugewiesene Platz konnte jedoch in seinem Zustand nicht für den Ballspielbetrieb genutzt werden. Das Areal wies erhebliche Höhenunterschiede auf und musste abgetragen und geebnet werden. Viele freiwillige Helfer des Vereins machten sich mit großem Idea­lismus abteilungsübergreifend ans Werk, um dem Club, in erster Linie aber den Fußbal­lern, eine geeignete Spielfläche zu errichten. Mit Hilfe von Freunden und Gönnern wurde diese Aufgabe noch im selben Jahr zur Zufriedenheit aller geschafft. Unverzüglich kümmerten sich nun die Verantwortlichen der Fußballabteilung um die Auf­nahme des Spielbetriebs. Das erste Freundschaftsspiel wurde gegen MA-Feudenheim mit folgender Mannschaft ausgetragen:

Fritz Preßler, Hans Moll, Wilhelm Keller, Philipp Blessing, Karl Weber, Heinrich Wacker, August Burkhard, Heinrich Etzel, Hermann Fath, Albert Rüdi, Heinrich Klohr.

Aus dem vorerst zahlenmäßig noch dürftigen Spielerpotential galt es nun, zwei Mann­schaften zu formen, um am Punktspielwettbewerb teilnehmen zu können. Parallel dazu ge­lang es auch eine Jugendabteilung mit spielstarken Jugendlichen aufzubauen, aus der man gedachte, den für die Seniorenmannschaften benötigten Nachwuchs zu schöpfen. Als dann endlich im Jahre 1927, rechtzeitig zum 25-jährigen Vereinsjubiläum, und 5jährigen Abteilungsjubiläum der Sportplatz endgültig fertiggestellt und seiner Bestimmung übergeben wurde – inzwischen war auch ein Vereinshaus auf dem Sportgelände errichtet worden – musste man sich das Spielfeld mit der neugegründeten Handballabteilung teilen, was aufgrund der unterschiedlichen Spielzeiten, aber auch aufgrund des gegenseitigen Respekts und Verständnisses zu keinen Reibereien zwischen den Abteilungen führte.

1. Mannschaft im Jubiläumsjahr 1927

Von links: Thomas Bär, Maurer, Fritz Vogel, Schmitt, Keugs, Gottfried Höhn, Georg Rupertus, Hans Kochendörfer, Karl Müller, Karl Bär, Otto Schmitt, H. Hördt

2. Mannschaft im Jubiläumsjahr 1927

Stehend von links: M. Bär, Oskar Weber, Bär, Georg Reinhard, Hördt, Karl Rupertus, Fritz Preßler; vordere Reihe: Bäuerle, Philipp Preßler, Jacob

Trennung, Zerschlagung und Auflösung des Vereins und der Fußballabteilung 1928-1933

1928 kam es in der Dachorganisation der deutschen Arbeiter-Sportverbände aus politischen Gründen zu einem end­gültigen Bruch, dessen Folgen bis in die einzelnen Vereine reichte. Auch der Sportverein „Einheit 1902 Weinheim“ machte seinem Namen keine Ehre und spaltete sich 1930 in einen der SPD nahestehenden Teil, der sich mit seinen Sympathisanten „Freies Sportkartell“ nannte und auf den neuerstellten Naturinsportplatz zog. Die dem Kernverein nahestehenden Sportfreunde blieben dem Birkenauer Tal treu bis zum Vereins­verbot in 1933.

Trotz der Spaltung reichte die Spielerzahl der Fußballabteilung im Kernverein noch immer aus, zwei Mannschaften zu bilden.

1. Mannschaft nach der Spaltung 1930

Von links: Laudenklos, Paul Kinzinger, Richard Strauß, Reinhard,
Karl Rupertus, Georg Rupertus, Gustav Sagewitz, Hartmann,
Georg Preßler, Hördt, Paul Sagewitz, Peter Kilian

2. Mannschaft nach der Spaltung 1930

Stehend von links: Meier, Rudolf Völker, Heinrich Brockenauer, Wilhelm Völker, Richard Döbler, Karl Müller, Richard Sagewitz, Otto Gölz, Fritz Scheller, Laudenklos; vordere Reihe: Hans Schmitt, Robert Heuß, Georg Kochendörfer

Im Januar 1933 erfolgte durch die nationalsozialistischen Machthaber die Zerschlagung der konfessionell und politisch orientierten Vereine, zu denen auch die Turnereinheit 1902 gezählt wurde. Den Fußballern war aufgrund des Dekrets des damaligen Sportführers Chammer von Osten das verbandsmäßige Spiel untersagt, was dazu führte, dass die ver­bliebenen Spieler zunächst „wild“ auf dem Jahnplatz gegen Mannschaften weiter spielten, die ein gleiches Geschick trugen.

Die unerbittliche nationalsozialistische Politik ließ solches jedoch nur kurze Zeit zu. Die völlige Auflösung der Fußballabteilung in der Folge des Vereinsverbots, war noch im Frühjahr 1933 logische Konsequenz.

Viele Spieler hörten ganz auf, einige, darunter Gustav Sagewitz, der damals beste Fuß­baller Weinheims, schloss sich dem FV 1909 Weinheim an, die restlichen Aktiven traten der Turngenossenschaft 1878 Weinheim bei.

Die Wiedergründung 1947

Nach Beendigung des zweiten Weltkriegs, der mit dem völligen Zusammenbruch des Deutschen Reiches im Mai 1945  endete, stagnierte zunächst sämtlicher Sportbetrieb. Erst nach und nach kam langsame Erholung auf. Als einer der letzten Weinheimer Vorkriegsvereine wurde der Turn- und Sportverein „Einheit“ 1902 mit Satzung vom 21. Juni 1947 am 4. November 1947 unter dem Namenszusatz „Freies Sportkartell“ in das Genossenschaftsregister des Amts­gerichts Weinheim eingetragen. Damit war die Grundlage zur Bildung der einzelnen Abteilungen geschaffen.

Der Anfang war für die auf einem Großfeld spielenden Ballsportler schwer. Das wurde Aktiven und Verantwortlichen der TuS-Fußballabteilung recht bald bewusst. Der Sport­platz war unbespielbar, das Vereinshaus verkommen und reparaturbedürftig. Der Gesamt­verein stand bei Null.

In dieser schier ausweglosen Situation waren es der Vereinsvorsitzende Georg Reinhard und der als Platzwart eingesetzte Fritz Scheller, die mit Energie und Tatkraft aus dem Nichts ein funktionierendes Vereinsleben und einen bespielbaren Sportplatz schufen. Ihr Arbeitseifer duldete insbesondere bei der Instandsetzung des Sportgeländes im Birkenauer Tal keinen Aufschub. Das Auffüllen des Platzes mit Kies, die Entrümpelung des Sportgeländes, das Entfernen und Entsorgen von Unkraut und Bewuchs, waren Arbeiten, die Fritz Scheller nicht alleine verrichten konnte. Er wusste sich aber Rat. Sein Blick galt darum in erster Linie den Sportlern, die sich schon vor dem offiziellen Trainingsbeginn auf dem Sportplatz einfanden, um möglichst schnell an die Bälle zu gelangen, um sich einzuschießen. Zu ihrer Enttäuschung drückte ihnen Platzwart Scheller statt der begehrten Bälle Schubkarren, Rechen und Spaten in die Hand. Ihre „langen“ Gesichter gaben immer wieder Anlass zum Frotzeln und zur allgemeinen Heiterkeit. Dank der Einfälle eines Fritz Schellers und Dank der  – zugegeben nicht ganz frei­willigen – Arbeiten der Aktiven konnte bereits zu Pfingsten 1949 der wiederhergestellte Sportplatz mit einem Freundschaftsspiel gegen den TSV Weiher seiner eigentlichen Be­stimmung übergeben werden.

Gründungsmannschaft 1948

Hintere Reihe von links: Hechler, Scheidel, Gg. Heinzelbecker, F. Heinzelbecker, Ph. Wörtge; mittlere Reihe: Peppel, Kistner, Brehm; vordere Reihe: Guggemus, H. Wörtge, Rupertus

Normalisierung 1949 -1951

Am 29. Mai 1949 beschloss die Vorstandschaft des Gesamtvereins, den Vereinsnamen wieder auf seinen Ursprung in „TuS Einheit 1902 Weinheim“ zu ändern, sodass auch die Fußballer ab diesem Zeitpunkt wieder unter dem eigentlichen Vereinsnamen antraten.

Das Vereins- und Abteilungsleben normalisierte sich nun überraschend schnell und schon für die Spielzeit 1949/1950 meldete die Fußballabteilung dem Badischen Fußballverband zwei Senioren- und eine Jugendmannschaft zum Spielbetrieb an. Dies wäre ohne die heraus­ragende Arbeit des Schriftführers Rudi Schuhmacher, dem Sportwart Richard Strauß und Jugendleiter Willi Knopf so rasch nicht möglich gewesen. Bemerkenswert, dass die erste Mannschaft ein Durchschnittsalter von 23 Jahren aufwies. Sie rekrutierte sich vornehmlich aus dem übergroßen Spielerreservoir des FV 1909 Weinheim.

1950 gründete sich als Unterabteilung der Fußballabteilung eine Fußball-Privatmannschaft Sie bestand in ihrer Mehrzahl aus ehemaligen Weinheimer Gymnasiasten, die sich dem TuS 1902 zwar anschlossen, jedoch in eigener Regie Freundschaftsspiele austrugen, weil sie nicht verbandsmäßig in eine Punktspielrunde eingebunden sein wollten. Auch sagten sie dem Trainings- und Spielstress ab, der nun einmal mit einer Mannschaft verbunden ist, die um Auf- oder Abstieg kämpft.

Diese Privatmannschaft verließ jedoch aus näher nicht bekannten Gründen im Folgejahr bereits wieder den Verein und wurde zur Mitbegründerin der neugeschaffenen TSG-Fußballabteilung, womit die Episode „Privatmannschaft“ zunächst beendet war.

Jahre der Konsolidierung  1952 – 1955

Dass herausragende Erfolge Mangelware blieben, schadete der Fußballabteilung in ihrem Zusammenhalt nicht. Die Kernpunkte der Mitglieder waren Idealismus, Begeisterung und Kameradschaft, und immer war die Abteilung in der Lage, zwei Seniorenmannschaften für den Spielbetrieb zu melden. Die Positionen in der 2. Mannschaft teilten sich Weinheimer und Birkenauer Spieler, wobei letztere die ersten Fußballgehversuche bei uns machten, da es damals in der Handballhochburg Birkenau keine Gelegenheit zum Fußballspielen gab. Es waren Jahre der Geselligkeit und Sportkameradschaft, es waren Jahre echter Gemein­schaft, wie man sie heute in einer vom Kommerz geprägten Zeit nicht mehr kennt. Es waren die Jahre, in denen bei den Spielersitzungen noch gesungen wurde und die Stimmungs­wogen hochschlugen. Man traf sich nach den Spielen beim „Reinharde Schorsch“, Gast­wirt und Vorsitzender in Personalunion in seiner Gaststätte „Weschnitztal“, die auch Vereinslokal war.

Die Aktivitätsmannschaften selbst rekrutierten sich hauptsächlich aus ehemaligen Ju­gendspielern, zu denen noch einige Neuzugänge, wie die Käfertaler W. Lutz, R.Müller und W.Braun stießen. Es war die Zeit, in der das Geld eine noch völlig untergeordnete Rolle spielte und dementsprechend drehte sich auch kein Spielerkarussell wie man das heute kennt.

A-Jugend 1952/53

Stehend von links: Jugendleiter Scheller, Abteilungsleiter Wielandt, Rhein, Dreyer, H. Knopf, Krämer, Scheller, Burkhardt, Bleß, Quick, Jugendleiter W. Knopf, Schriftführer R. Schuhmacher; sitzend: Stimmler, H. Schuhmacher, Lumpp

Im 50. Jubiläumsjahr des Gesamtvereins stellte sich die 1. Mannschaft wie folgt dem Fotografen:

1. Mannschaft 1952

Stehend von links: 1. Abt. Leiter Wielandt, Schneider, F. Heinzelbecker, H. Knopf, Müller, Winold, Heckmann, Jetschin, Keßler, 2. Abt. Leiter Scheller; sitzend: Krastel, Lutz, Ph. Wörtge

Ein Zwischenhoch  1956 -1968

1956 gründete sich erneut eine Fußballprivatmannschaft, die in der C-Klasse des Fuß­ballkreises Mannheim an Verbandsspielen für Privatmannschaften teilnahm und hier einen guten Part spielte.

Schwer war es jedoch für die Aktivitätsmannschaften. Aufgrund der Gegebenheiten konnten sie sich in den Folgejahren nur mit ehemaligen Jugendspielern verstärken. Dass Neuzu­gänge von außerhalb zu den Kadern stießen, blieb Seltenheit. Dass aber auch mit eigenen Kräften Erfolge zu verzeichnen sind, zeigte die 1. Mannschaft im Spieljahr 1957/58, als sie als Meister der B-Klasse Nord im Fußballkreis Mannheim den Aufstieg in die A-Klasse schaffte.

1. Mannschaft 1957/58

Von links: Schriftführer R. Schuhmacher, Mohr, Scheller, Schneider, J. Usleber, Aßmann, Breß, N. Usleber, Sommer, St. Usleber, Knopf, E. Schuhmacher, Krämer, Abt. Leiter Scheller

In diese Zeit eines Zwischenhochs fällt auch die Gründung einer AH-Mannschaft, die sich aus Spielern des Aktivenkaders zusammensetzte, die sich dem anspruchsvollen Training der Aktivität nicht mehr gewachsen fühlten oder dem Alter Tribut zollen mussten.

Leider währte die Aufstiegsfreude nur eine Saison. Das Spieljahr 1958/59 sah unsere 1. Garnitur wieder als Absteiger aus der A-Klasse. Dieser Rückschlag warf die Mann­schaft zwar wieder auf ihre Ausgangsposition zurück, konnte jedoch dem Idealismus in der Abteilung nichts anhaben.

Das Spieljahr 1960/61  war geprägt von Aktivitäten der AH-Abteilung, die im Gedenken an den ein Jahr zuvor verstorbenen 1. Vorsitzenden des Gesamtvereins, Georg Reinhard, das 1. Georg-Reinhard-Gedächtnistur- nier zur Austragung brachte.

Fußball/AH-Mannschaft 1964

Stehend von links: Hiller, Lutz, Gickeleiter, Funk, Müller, Schneider, Scheller, Hugo Diesbach WN; sitzend: Krastel, Heckmann, Laczko, Krämer

Auch bei der 1. Mannschaft regten sich frische Kräfte mit dem ehrgeizigen Ziel des sofortigen Wiederaufstiegs. Tatsächlich glückte dieses Husarenstück der 1. Garnitur unter ihrem Trainer Emil Schneider. Nach Abschluss der Verbandsrunde 1961 stellte man unser Team als Meister der B-Klasse und direkten Aufsteiger in die A-Klasse fest, die sie für die nächsten 24 Jahre halten sollte, was angesichts der beschränkten finanziellen Möglichkeiten des Vereins und der Fußballabteilung ein ganz herausragendes Ergebnis darstellte.

Meistermannschaft 1960/61

Stehend von links: Abt. Leiter Scheller, E. Scheller, Mohr, Pfrang, Sommer, Brehm, Hiller, R. Schuhmacher, E. Schuhmacher, 1. Vorstand Wielandt, Biereth, Knapp, Aßmann, Naumburg, Krämer, Trainer Schneider, 2. Abt. Leiter Kaupert; sitzend: R. Müller, H. Schuhmacher, Gg. Müller

Die Kennzeichen des Erfolgs der Fußballabteilung in einer gerade in dieser Sportart mehr und mehr vom Geld und Kommerz geprägten Zeit, waren Idealismus, waren Kamerad­schaft und Zusammengehörigkeit, waren aber auch Opferbereitschaft. In spartanischer Einfachheit wurde der Spielbetrieb geführt. Die jeweiligen Trainerfunktionen mussten von ersten Mannschaftsspielern übernommen werden, die eine monatliche Vergütung von 20 DM erhielten.  Ein Blick in die Kassenbücher jener Zeit zeigte, dass oft mangels „Masse“ nicht einmal dieser schmale Vergütungsbetrag  bezahlt werden konnte.

Dass das Training und der Spielbetrieb trotzdem auf A-Klasse-Niveau funktionierten, sagt alles über den Geist der damaligen Spieler aus.  Männer wie Karl Groß und Walter Krastel, sowie Jugendleiter Philipp Scheller erwiesen sich in diesen Jahren als Improvisationskünstler  par excellence und entwickelten sich zu wahren „Machern“, deren Qualität heute manch ein „profihaft“ geführter Verein gerne in seinen Reihen hätte. 1962 war die Abteilung erneut erfolgreich, als die Fußballprivatmannschaft Meister der C-Klasse wurde und in die B-Klasse des Kreises Mannheim aufstieg. Ein schönes Geschenk der Fußballabteilung zum 60jährigen Vereinsjubiläum des TuS 1902 Weinheim. Überhaupt entwickelte sich die Fußballprivatmannschaft zum sportlichen Aushängeschild der Abteilung. Die spielstarke Truppe schaffte 1967 die Qualifikation zur Mitwirkung in der A-Klasse für das Spieljahr 1967/68.

Die Ära Karl Morner 1967 -1991

Mit dem Amtsantritt des Spielausschussvorsitzenden Karl Morner im Jahre 1967 begann auch für die 1. Mannschaft eine sportlich ehrgeizige Ära. Morners unermüdlichem Ein­satz war es hauptsächlich zu verdanken, dass die 1. Mannschaft nicht nur die A-Klasse hielt, sondern auch eine gute Rolle darin spielte, wie der 4.Tabellenplatz des Spiel­jahres 1972/73 aussagt.

Karl Morner drehte in diesen Jahren ständig am Spielerkarussell, um die für den Klassenerhalt oder gar für höhere Ziele benötigten Spieler zu halten bzw. zu gewinnen, was bei den beschränkten finanziellen Mitteln schon fast an ein Wunder grenzte. In diesem Zusammenhang wurde endlich auch mit dem systematischen Aufbau einer Jugend­abteilung begonnen, um im Laufe der Zeit auch einmal aus den eigenen Reihen Verstär­kungen für die Aktivitätsmannschaften zu gewinnen und nicht immer auf von auswärts geworbene Spieler angewiesen zu sein. Natürlich war dieses Vorhaben ein schwieriges Unterfangen, da keinerlei Basis vorhanden war. Die letzten sechs Jahre hatte die Fuß­ballabteilung überhaupt keine Jugendarbeit geleistet, was sich jetzt recht hemmend bemerkbar machte. Jugendleiter Walter Krastel war es, der hier Pionierarbeit leistete.

1973 konnte für den Sportplatz im Birkenauer Tal eine Flutlichtanlage installiert und ihrer Bestimmung übergeben werden, was natürlich eine große Erleichterung für den Trai­ningsbetrieb, insbesondere in der dunkleren Jahreszeit, darstellte. Leider war aber auch dieses Jahr nicht von Rückschlägen frei. Die Fußballprivatmann­schaft, die über ein sehr gutes Spielermaterial verfügte, musste abgemeldet werden, um alle brauchbaren Aktiven für die 1. Mannschaft, die nun einmal Priorität im Abteilungsleben und Spielbetrieb hatte, rekrutieren zu können.

1.Mannschaft im Spieljahr 1976/77

Stehend von links: 2. Abt. Leiter H. Müller, Wohlfart, Gg. Müller, J. Morner, Heyne, Krupp, Jungmann, W. Hannemann, Steigner, Trainer W. Heinzelbecker, 1. Abt. Leiter K. Morner; sitzend: D. Heinzelbecker, Hildenbrand, R. Müller, Mink, Elsishans, K. Krastel

Wenig erfreulich auch, dass die AH-Abteilung zum letzten Mal das Georg-Reinhard-Ge­dächtnisturnier veranstaltete und damit eine 13-jährige Tradition beendete. Allerdings hörte die AH-Mannschaft nicht mit dem Fußballspielen auf. Regelmäßige Freundschafts­spiele und Beteiligungen an zahlreichen AH-Turnieren waren Kennzeichen aktiver, auf die Förderung ihrer Gesundheit und körperlichen Leistungsfähigkeit achtender Sportler, die auch im gesellschaftlichen Bereich Abteilung und Verein stützten und durch ihre Kameradschaft ein Bindeglied im Gesamtverein darstellten.

AH-Mannschaft 1977

Stehend von links: W. Krastel, E. Scheller, Gickeleiter, Brockenauer, Bleß, Bollmann, König; sitzend: P. Hassel, Dreikluft, Linz, Mohr, Rutz

Endlich, im Spieljahr 1975/76 trug auch die Krastel’sche Jugendarbeit erste Früchte.

Aus den 14 bis 16jährigen konnte eine B-Jugendmannschaft für den Spielbetrieb in der Verbandsrunde angemeldet werden, die auf Anhieb den 3. Tabellenplatz erreichte. Mit etwas Glück – es fehlten nur drei Punkte – wäre die Meisterschaft möglich gewesen.

B-Jugendmannschaft Spieljahr 1976/77

Stehend von links: Trainer Gölz, Rupertus, Kuhn, Winkel, W. Wiegand, R. Linz, E. Wiegand, Benkert, J. Sommer, Jugendbetreuer Streib, Lieberknecht; sitzend: Metodios, Ruiz, Pflästerer, Streib, P. Lutz, F. Mohr, B. Krastel

Im Spieljahr 76/77 wirkte dann in der Kreisstaffel Bergstraße ein A-Jugend-Team von TuS 02 mit gutem Erfolg mit. Auch in den übrigen Jugendbereichen war man Dank Trainern und Betreuern wie Emil Schneider  und Erich Müller (A-Jugend), Kurt Gölz und Karl Streib (B-Jugend), Herbert Schuhmacher (C-Jugend) und Philipp Mohr (E-Jugend) in den jewei­ligen Klassen aktiv.

A-Jugend 1976/77

Stehend von links: Trainer E. Schneider, Metodios, Rupertus, Quick, Eder, M. Schneider, Seeger, Töttscher, Fieger, Betreuer E. Müller, P. Lutz; sitzend: W. Wiegand, E. Wiegand, B. Krastel, Lieberknecht, Mohr, Kuhn

C-Jugend 1976/77

Stehend von links: Jugendleiter W. Krastel, Medina, Simon, Mader, Heinl, Meng, Schmitt, Mischler, Bodin, Fieger, Fischer, Trainer H. Schuhmacher; sitzend: Rück, Müller, Salvatore, Lenz, St. Schuhmacher, St. Scheller, U. Mohr

E-Jugend 1976/77

Stehend von links: Jugendleiter W. Krastel, H. Mohr, R. Krastel, Müller, Ruiz, Kohler, U. Mohr, U. Linz, Trainer Ph. Mohr; sitzend: Mobius, Medina, Rettig, K. Krastel, Streib, Rubio, J. Rivas, E. Rivas

Auch in der Spielrunde des folgenden Spieljahres nahmen vier Jugendmannschaften an den Verbandsspielen teil, sodass man endlich einmal einen soliden Grundstock für die Aktivitätsmannschaften aufgebaut hatte.

War bei der Jugend eine Aufwärtsentwicklung festzustellen, trat bei den Alten Herren der umgekehrte Fall ein. Das Spieljahr 1978 wurde mit dem Abstieg aus der A-Klasse in die B-Klasse abgeschlossen, was besonders schmerzte, war man doch 17 Jahre in der höheren Klasse mit teilweise  guten Erfolgen tätig. Leider wurde es in den folgenden Jahren nichts mit dem Wiederaufstieg. In der Endab­rechnung fehlten immer der eine oder andere Punkt, um ganz oben zu stehen. Dem unermüdlichen Horst Naumburg war es vorbehalten, 1978 die Privatmannschaft wieder zurück in den Spielbetrieb und die Verbandsrunde der C-Klasse zu führen, um so die lange Tradition dieser Sektion innerhalb der Fußballabteilung wieder aufzunehmen und weiterzuführen.

Schon ein Jahr später, am Ende der Spielrunde 1979/80 lohnte sich Naumburgs Arbeit, die Fußball-Privatmannschaft wurde C-Klassenmeister und stieg in die B-Klasse auf. Der Aufwärtstrend dieses spielstarken Teams hielt an, denn bereits im Folgejahr war der nächste Aufstieg perfekt, sodass man ab 1981 wieder in einer der Leistung der Mann­schaft entsprechenden Klasse agieren konnte.

1985 traf das Abstiegslos unsere 1. Mannschaft. Nach 24 Jahren Zugehörigkeit zur A-Klasse musste der bittere Gang in die B-Klasse angetreten werden.  Auch dieser Mann­schaft gelang es – analog zur AH-Mannschaft – in den darauffolgenden Jahren nicht mehr, wieder in die A-Klasse zurückzukehren.

AH-Mannschaft 1987/88

Hinter Reihe von links: Otto König, Berthold Bollmann, Werner Patzold, Jürgen Bengert, Rudi Müller, Sonj Manner, Jürgen Hofmann, Alex Bener; mittlere Reihe: Alfred Wacker, Klaus Krastel, Peter Kästner; vordere Reihe: Wolfgang Spindler, Werner Heinzelbecker, Armin Ziegler, Philipp Mohr, Jürgen Krosanke, Wolfgang Roth, Hans Kochendörfer, Ronny Sprenger

Wieder einmal grassierte auch notorischer Spielermangel. So konnte aus diesem Grund für die Spielzeit 1989/90 keine Privatmannschaft für den Spielbetrieb gemeldet werden. Die Mannschaft wurde von den Verantwortlichen vorübergehend abgemeldet. Die AH-Mannschaft dagegen konnte die Spielrunde mit dem 5.Tabellenplatz beschließen, was ihr Chancen für den Aufstieg in die A-Klasse eröffnete. In zwei Aufstiegsspielen gegen SV Laudenbach und SV Rippenweier wurde dieses große Ziel anvisiert. Während das erste Spiel gewonnen wurde, ging das zweite verloren und der Aufstieg musste erneut abgebucht werden.

Auch im Folgejahr erlebten die hohen Erwartungen von Mannschaft und Führung eine herbe Enttäuschung. Das AH-Team wurde zwar Vizemeister, aber das genügte nicht für den Auf­stieg. Aufstiegsspiele gegen den TSV Viernheim und den SV Schwetzingen sollten darüber entscheiden. Beide Spielen gingen knapp verloren, so dass die AH-Mannschaft auch 1992, im 90 Jubiläumsjahr des Gesamtvereins und 70.Gründungsjahr der Fußballabteilung in der B-Klasse spielen musste.

Unter der Ägide der AH-Abteilung wurde 1991 aber wieder ein Turnier ins Leben gerufen. Zu Ehren des am 30. Januar 1990 viel zu früh verstorbenen ehemaligen Jugendleiters Walter Krastel richtete die Abteilung ein Fußballturnier für AH-Mannschaften aus, dessen 1. Sieger der TSV Sulzbach wurde.

1991, nach 23-jähriger Tätigkeit, gab Abteilungsleiter Karl Morner sein Amt ab. In Wür­digung seiner Verdienste um den Fußball und die Fußballabteilung wurde er von der Generalversammlung zum Ehrenabteilungsleiter ernannt.

Der Wiederaufstieg in die A-Klasse 1992

Das Jahr 1992 stand ganz im Zeichen des 90-jährigen Jubiläums des Gesamtvereins und war gleichzeitig das 70. Gründungsjahr der Fußballabteilung. Unter diesem Zeichen wurde auch das 3. Weinheimer Mai-Fest gefeiert, dessen Höhepunkt ein Einlagespiel zweier Prominenten-Teams, gebildet aus einer Mannschaft der Stadtverwaltung und des Gemeinderats, war.

Auch das am 12. und 13. Juni ausgetragene 2. Walter-Krastel-Gedächtnisturnier stand im Zei­chen der Jubiläumsfeierlichkeiten. Das schönste Geschenk konnte die  Fußballabtei­lung dem Gesamtverein aber mit dem Aufstieg ihrer 1. Mannschaft überbringen. Endlich, im 7.Jahr ihrer Zugehörigkeit zur B-Klasse, war sie wieder in die A-Klasse zurückge­kehrt.

Der Aufstieg war das Ergebnis einer harten Runde, die teilweise – aufgrund ihrer Dra­matik – viele Zuschauer zu den Treffen lockte. So sahen zum Beispiel rund 450 Beobachter den 4:1 Sieg gegen den FC Stahlbad und nicht weniger kamen zum entscheidenden Spiel gegen den TV Waldhof, das von uns mit 6:2 gewonnen wurde. Solche Zuschauer­zahlen zeigen, dass durchaus auch an unteren Klassen Interesse besteht, wenn Spannung gewährleistet ist und guter Sport geboten wird. Ausgelassen natürlich dann die Freude über den Aufstieg.

1. Fußballmannschaft 1991/92

In diesen Aufwind im Jubeljahr fällt auch die Wiedergründung der Fußballprivatmann­schaft, die gleich mit ihrer spielstarken Elf einen erfolgreichen Auftakt in der Verbandsrunde hatte.

Im Jahre 1993 musste die 1. Mannschaft leider wieder absteigen.  Die finanziellen Mittel reichten einfach nicht aus, um eine spielstarke Mannschaft zu formen.

1. Mannschaft Oktober 1993

Stehend von links: Udo Gaßmann, Trainer Edwin Kredel, Michael Hiller, Thorsten Tibow, Ralf Scheller, Jochen Gaber, Euwin Wiegand, Robert Funk, Georg Schober; sitzend: Knut Krastel, Uwe Mohr, Alexander Gölz, Klaus Betzold, Anton Herd, Frank  Bohnenberger

Im Jahre 1995 erreichte man mit Trainer Elmer Funk, den Wiederaufstieg in die Kreisliga A, konnte sich aber wieder nur eine Spielzeit  in dieser Klasse halten.

1. Mannschaft 1994/95

Stehend von links Trainer Elmar Funk, Michael Hiller, Euwin Wiegand, Georg Schobner, Dirk Thielking, Rainer Boddin, Alexander Klug, sten Fillmann, Markus Kochendörfer, Oliver Müller;
sitzend: Knut Krastel, Christian Michel, Uwe Mohr, Thomas Krämer, Werner Patzelt, Ralf Wiegand, Dirk Vollrath, Stefan Kleine

AH-Mannschaft 1996/97

Stehend von links: Rudi Müller, Roland Täubert, Wolfgang Spindler, Sven Schweigert, Willi Hannemann, Euwin Wiegand, Jürgen Hoffmann, Jochen Gaber, Berthold Bollmann; sitzend: Peter Hassel, Tony Hördt, Thomas Krämer, Uwe Mohr, Armin Ziegler

Ein trauriges Ereignis war der Tod des Ehrenabteilungsleiter Karl Morner, der 1997 im Alter von 77 Jahren verstarb.

1. Mannschaft 1998

Stehend von links: Trainer Roland Täubert, Dirk Niebler, Sabin Remic, Jonny London, Euwin Wiegand, Markus Kochendörfer, Andreas Krieger; sitzend: Herbert Kilian, Michael Wörgetter, Thorsten Fillmann, Ralf  Wiegand, Siegfried Sonn, Sven Kochendörfer; liegend: Udo Metz

AH-Mannschaft 1999

Stehend von links: Werner Heinzelbecker, Roland Täubert, Herbert Schöpfmann, Thomas Krupp, Willi Hannemann, Jürgen Hoffmann, Ronny Sprenger, sitzend: Uwe Mohr, Dirk Vollrath, Ralf Wiegand, Willi Toppmann, Wolfgang Spindler, Heinz Kraus

Im Spieljahr 2000/2001 verpasste man unter Trainer Werner Diehm den Wiederaufstieg in die nächsthöhere Klasse. Das entscheidende Spiel in Wallstadt gegen Sloga Mannheim ging mit 1:6 Toren verloren.

Im Jubiläumsjahr rechnet sich die 1. Mannschaft, unter Abteilungsleiter Udo Metz, gute Chancen aus, nun endlich den herbeigesehnten Wiederaufstieg in die Kreisliga A zu schaffen.

Leider ist die Jugendarbeit, die in früheren Jahren so vorbildlich war, ganz zum Erliegen gekommen. Alle Versuche neue Jugendmannschaften aufzubauen scheiterten daran, dass  Jugendlichen am Fußballspielen bei einem kleinen Verein, wie dem unsrigen, kein Interesse haben. Andererseits fehlen auch die entsprechenden Idealisten, die versuchen Jugendliche zu werben und auch zu betreuen.

2. Mannschaft 2001/2002

Stehend von links: Manuel Moreno, Michael Abt, Philipp Bastians, Heiko Mertens, Co-Trainer Georg Schobner, Ramon Garcis, Heiko Gehler; sitzend: Marius Metz, Martin Braun,  Ivan Caballero, Diego Pineda, Bastian Knödler; liegend: Daniel Medel

Hobby-Abteilung

Die Geschichte unserer Fußball-Abteilung begann im Jahre 1969, als sich einige Kicker und (Ball)-Treter ohne äußeren Zwang jeden Samstag am Fischweiher im Müll trafen. Es war ein illustrer Haufen, der sich da samstags immer um 13.00 einfand. Die Mannschaftsaufstellung lief folgendermaßen ab: die vorhandenen Beine wurden gezählt, dann durch 2 geteilt. Eine Hälfte wurde Richtung Fischweiher und die andere Richtung Schulhaus aufgestellt und los ging das Spiel. Damals wie heute gilt: Abpfiff Punkt 15.30 Uhr!

Der harte Kern um W. Hoheisel, P. Krosanke , M. Maier , K.-H. Randoll, P. Reinig und A. Frey wurde im Verlauf der Geschichte um weitere „ harte „ Kerls verstärkt. Als das waren: P. Jöst, M. Kaupa, J. Rühl, W. Bachmann, J. Niggemeier, J. Gund und R. Scheuermann.

Die Spielorte, bzw. das Trainingsgelände musste im Laufe der Zeit zwangsweise gewechselt werden. So ging es vom Fischweiher über den Sportplatz am Waldschwimmbad zum Sport-Gelände an der Multschule und schließlich auf das Rasengelände hinter der Stadiontribüne. Überall waren wir erst geduldet und dann unerwünscht. Vom letzten Spielort wurden wir „vertrieben“, da unsere Spielzeiten häufig mit denen des FV o9 Weinheim kollidierten. Wir wurden als Konkurrenten betrachtet, da die Zuschauer auf der Tribüne oftmals nicht wußten, welchem Spiel sie nun zuschauen sollten.

Zunächst liefen die Samstage – wie gesagt – ganz locker ab. Doch dann wurde der erste Sponsor gefunden: das „Belle Epoque“, die erste Disco am Marktplatz, das heutige La Cantina. Wir bekamen einen Satz Trikots mit dem Namen des Lokals hinten aufgedruckt. Nun konnten wir auch an Fußball-Turnieren teilnehmen und da begann der Streß, denn plötzlich gab es richtige Mannschaftsaufstellungen, es gab Stammpositionen und nur häufige Teilnahme an den Trainingseinheiten berechtigten zu einem Stammplatz. Nachdem mit dem , Diebsloch“ ein neuer Sponsor gefunden wurde,  wir bekamen einen neuen Trikotsatz, denn manch einer der Kicker war dem alten Trikot entwachsen, manch Anderen paßt es heute noch,  nannten wir uns: die Diebsloch-Elf. Und wieder kamen neue Gesichter dazu: M. Lehner, A. Gund , F. Felkel und B. Kramm. Ein ewig leidiges Thema konnte endlich gelöst werden : durch den geschlossenen Beitritt Im Jahre 1988 zum TuS 02, eingeleitet von K.-H. Randoll, hatten wir ab sofort einen „Heimatverein“ mit festem Spielgelände, das wir zur gewohnten Zeit nutzen konnten. Unser fester Bezugspunkt, der TuS-Platz im Birkenauer Tal, lockte wieder neue Spieler an. Neueintritte waren: Ch. Heners, C. Bob, M. Hagele, T. Zinser, W. Althammer, H.-H. Metz und H. Baum.Alle neuen Mitglieder fügten sich bestens in die bestehende Gemeinschaft ein. Die Freude am Fußballspiel und die gute Kameradschaft , die über das Spiel hinaus geht, sind die Basis für den Bestand unserer Abteilung. Auch die Segeltörns und Auslandsreisen , die seit nunmehr 12 Jahren in wechselnden Besetzungen durchgeführt werden, sind Beweis eines funktionierenden Freundeskreises.

Ein wesentlicher Faktor für den Bestand unserer Abteilung war und ist die gute Aufnahme beim TuS 02 und unserem Vorstand S. Hartmann.

Einige Bilder der „harten“ Mannschaften nach harten Einsätzen.

Stehend von links: Peter Jöst, Peter Krosanke, Karlheinz Randoll, Josef Niggemeier, Albrecht Frey, Peter Reinig, Joachim Gund;
sitzend: Wulf Eberle, Roland Gerber, Karl-Martin Hildebrand

Stehend von links: Werner Bachmann, Josef Niggemeier, Jürgen Rühl, Albrecht Frey, Manfred Maier, Christian Heuers, Joachim Gund;
Sitzend: Rene Scheuermann, Karlheinz Randoll, Peter Krosanke, Peter Reinig, Peter Jöst, Kai Nowak

Hobby-Mannschaft 1994

Stehend von links: Bernd Lippmann, Rene Scheuermann, Manfred Kaupa, Karlheinz Randoll, Holger Pfrang, Peter Jöst, Joachim Gund, Franz Felkel, Jürgen Rühl, Albrecht Frey; sitzend: Martin Botz, Jan Kluge, Bernhard Kramer, Peter Jöst

Die Handballabteilung

Die Gründung 1927

1927 – der Gesamtverein feierte sein 25-jähriges Jubiläum – wurde die Handballabteilung gegründet. Das bis dahin betriebene Raffballspiel gab man gänzlich auf und wandte sich der neuen Sportart zu. Die Gründe zur Zuwendung zum Handballspiel – damals noch aus­schließlich als Feldhandball betrieben – lagen zum einen in der immer größer werdenden Popularität dieses Sportes, zum ändern aber auch im Besitz eines großen Sportplatzes, der das raumgreifende Handballspiel ermöglichte. Der Handballabteilung wurde im Gründungsjahr noch eine Damenhandballmannschaft ange­schlossen; übrigens die erste Frauenhandballmannschaft in Weinheim und Umgebung. Dieser jungen Abteilung stand als Leiter der Sportkamerad Georg Sommer vor.

Die Gründungsmannschaft 1927

Stehend von links: Hans Mohr, Otto Hohenadel, Ludwig Erbsenbächer, Karl Kress,  Fritz Preßler, Hermann Hohenadel, Fritz Hohenadel, Georg Sommer; vorne: Georg Wetzel, Karl Preßler, Ludwig Hohenadel

Diese Mannschaft wurde bereits im Gründungsjahr Kreismeister.

Von links: Fritz Hohenadel, Otto Hohenadel, Ludwig Erbsenbächer, Hans Hohenadel, Karl Kress, Karl Pressler, Fritz Pressler, Hans Mohr, Georg Wetzel, Fritz Hohenadel, Georg Sommer

2. Mannschaft

Von links: Hermann Hohenadel, Fritz Hohenadel, Hans Vetter, Hans Fabian, Alois Eberle, Alfred Stahl, Georg Bolz, Jacob Müller, Otto Wendel und Hermann Laudenklos.

Erste Erfolge 1928 bis zur Vereinsspaltung 1930

1928 errang die 1. Seniorenmannschaft den Titel eines Bezirksmeisters. Auch die 2. Mann­schaft beendete mit gutem Erfolg die Verbandsrunde.

Auch in den Jahren 1929 und 1930 gelangte die 1. Seniorenmannschaft zu Meisterehren. Leider wurde das sportliche Leben in dieser Zeit wesentlich von den politischen Er­eignissen mitbestimmt. Als es schließlich aus politischen Gründen zur Spaltung des Gesamtvereins kam, wurde naturgemäß auch die Handballabteilung davon betroffen. Ein der SPD nahestehender Teil der Vereinsmitglieder löste sich aus dem Gesamtverein und nahm seinen Sportbetrieb unter dem Namen „Freies Sportkartell“ auf dem neuerstellten Naturinsportplatz, dem späteren 09er-Platz, auf. Die im Birkenauer Tal verbleibenden Sportfreunde firmierten unter der Bezeichnung „Arbeiter Turn- und Sportverein Einheit“ bis zum Verbot im Jahre 1933.

Nach der Vereinsspaltung bis zum Vereinsverbot 1933

Diese Trennung tat der Qualität der 1. Handballmannschaft jedoch keinen Abbruch. Sie wurde im Jahre 1930 Kreismeister.

Die Meistermannschaft nach der Spaltung   

Von links: Georg Wetzel, Georg Bolz, K. Pflästerer, Philipp Kies, F, Rock, Alois Eberle,  Hermann Hohenadel, F. Brehm, Ludwig Erbsenbächer, L. Pflästerer, F. Heinzelbecker

Auch in der folgenden Saison spielten die Handballer des TuS 1902 Weinheim um die Meisterschaft mit. Verbandsspiele gegen TSV Birkenau und Ober-Mumbach, mit heute nicht mehr denkbaren Endergebnissen von 2:1, was bei der damaligen Spielweise übrigens keine Seltenheit war, bleiben in Erinnerung.

Es wurden aber nicht nur im rein Sportlichen – sprich Punktspielbetrieb – Akzente ge­setzt. Auf Kameradschaft und Zusammengehörigkeit legte man großen Wert. Es entstanden Sportfreundschaften mit Handballern aus Düsseldorf-Gerresheim, Köln-Dellbrück, Zizishausen-Denkendorf, Duttweiler/Saar, Freiburg i.Br. und Berlin. 

Ein Zeugnis dieser Zeit stellt das folgende Bild aus dem Jahre 1930,  das anlässlich eines Freundschaftsbesuches bei den Sportkameraden aus Zizishausen aufgenommen wurde.

Stehend von links: Die Sportfreunde aus Zizishausen, sitzend: unsere Mannschaft von links: Ludwig Erbsenbächer, Karl Pflästerer, Georg Bolz, Friedrich Hohenadel, Friedrich Eberle, Hermann Hohenadel, F. Heinzelbecker, Philipp Kies, Ludwig Pflästerer und Kuhn.

Ein Besuch bei den Sportfreunden in Gerresheim und Köln-Dellbrück im Sommer 1930 endete für unsere Handballer äußerst tragisch. Auf der Heimfahrt ertrank der Aktive Seppel Friedrich beim Baden. Seppel Friedrich, zur damaligen Zeit Weinheims bester Handballspieler, wurde unter großer Anteilnahme in Weinheim beigesetzt. Trotz dieses Schicksalschlages wurde die 1. Männermannschaft wieder Kreismeister. Auch im Jahre 1931 waren die Handballer das Paradepferd des Vereins. Die Erringung der Staffelmeisterschaft berechtigte an der Teilnahme um die süddeutsche Meister­schaft im Arbeiter-Sport-Verband, wo man in den Ausscheidungsspielen auf die Sport­freunde aus Gerresheim traf.

Auch 1932 war in sportlicher Hinsicht ein erfolgreiches Jahr und wurde mit der Mei­sterschaft abgeschlossen. Dieser Erfolg wurde Ostern 1932 durch einen Besuch des westdeutschen Meisters Gerresheim/Rheinland belohnt.

Unsere Meistermannschaft mit der Mannschaft des westdeutschen Meister Gerresheim(Gerresheim in hellen, Weinheim in dunklen Trikots)

Das Ende 1933

1933 begann die Zeit großer politischer Umwälzungen, von denen der Sport nicht ver­schont blieb. Gleich nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verfügte die Reichsregierung unter Hitler das Verbot und die Auflösung sämtlicher konfessionell und politisch orientierter Verein. Den als „Links“ stehend eingestuften Arbeiter Turn- und Sportverein „Einheit“ Weinheim ereilte dieses Schicksal am 31. März 1933, so dass die Verbandsrunde im Handballbereich nicht zu Ende gespielt werden konnte. Das war insbesondere für die 1. Mannschaft, die in ihrer vollen Leistungsstärke stand, ein harter Schlag.

Die Handballabteilung wurde zusammen mit dem Gesamtverein aufgelöst. Die Handballer schlossen sich mit ihren Herren- und Damenmannschaften mehrheitlich dem FV 09 Wein­heim an und übten in der dortigen Handballabteilung ihren Sport weiter aus. Im Mai 1933 wurde die Übernahme der Handballer des TuS 02 in die Handballabteilung des FV 09 Weinheim im Cafe  „Weißes Rösel“  in der Mannheimer Straße offiziell vollzogen.

Die Wiedergründung  1945 bis 1947

Nach dem Zusammenbruch des nationalsozialistischen Deutschen Reiches im Mai 1945, fassten noch im selben Jahr fortschrittlich denkende Sportfreunde den Entschluss, den gesamten Weinheimer Sport in einem Verein zu konzentrieren. Es folgte die Grün­dung des Sport- und Kulturkartells, dessen Vorstand sich aus Vertretern aller Weinheimer Vereine zusammensetzte und in dem 13 Sportarten, u.a. auch der Handballsport, zusammengefasst waren. Vermutlich aus politischen Gründen wurde diese Vereinsform wenige Wochen später von der Besatzungsbehörde verboten. Die im Sport- und Kultur­kartell zusammengefasst gewesenen Vereine zogen sich auf ihre Ursprünge zurück und bauten nach den jeweiligen Vorstellungen eigenständige Unternehmungen auf. Die Mitglieder des TuS 1902 Einheit Weinheim gründeten am 21. Juni 1947 den Verein neu unter dem Namen „Freies Sportkartell Weinheim“. Unter dem 1. Vorsitzenden Fritz Fath nahm der Verein mit den Abteilungen Handball und Fußball den Spielbetrieb auf. Die Handballabteilung gründete sich unter ihrem 1. Abteilungsleiter Ludwig Erbsenbächer und ihrem technischen Leiter Alois Eberle. Allerdings begann der Neubeginn recht schleppend. Der Sportplatz im Birkenauer Tal befand sich in einem nicht be­spielbaren Zustand, auch musste eine spielfähige Mannschaft aus dem Nichts aufgebaut werden. Nur Männern wie Georg Bolz, Heinrich Dietz, Werner Diehm, Emil Müller, Jakob Sprenger, Wilhelm Schuhmann, Georg Wetzel und Albert Hannemann war es zu verdanken, dass die Handballabteilung nicht einen frühen Tod erlitt.

Neuer Anfang  1948-1950

Zunächst galt es, den Sportplatz im Birkenauer Tal, der während und kurz nach dem Krieg als Lagerplatz genutzt worden war, und sich in nicht bespielbarem Zustand befand, wie­der herzurichten. Fritz Scheller, dem in das reparaturbedürftige Vereinshaus eingezo­genen Platzwart war es hauptsächlich zu verdanken, dass die Handballer bereits 1948 erste Freundschaftsspiele auf dem wiedererneuerten Sportfeld austragen konnten. Zu den ersten gerngesehenen Gästen zählten die Sportfreunde aus Düsseldorf-Gerresheim.

Gründungsmannschaft der Handballabteilung  1948

Hintere Reihe: von links: Wilhelm Schuhmann, Georg Bolz, Alois Eberle, H. Kaffenberger, J. Sprenger, E. Müller, H. Scheller, W. Heinzelbecker; vordere Reihe: Georg Wetzel,  W. Fünkner, Karl Rutz

Bei den Freundschaftsspielen wurde aber schon offenbar, dass der Neubeginn sportlich gesehen schwerer würde, als von manch einem angenommen. Das bestätigten dann in der Folge auch die Verbandsspiele. Herbe Niederlagen waren hinzunehmen, was den Trainings- ­und Spieleifer der Aktiven aber nicht erschüttern konnte. Und obwohl nahezu sämtliche Mannschaftsspieler um die 40 Jahre zählten, stellten sie sich Woche für Woche der sportlichen Herausforderung gegen wesentlich jüngere Teams. Nicht entmutigen lassen, hieß die Devise der damals aktiv Spielenden, und dass sie damit auf dem richtigen Kurs lagen, zeigte sich schon wenige Jahre später. Zunächst jedoch wurde die Handballabteilung von Neuerungen in der Verwaltung des Ge­samtvereins tangiert. Mit Beginn des Jahres 1948 übernahm Georg Reinhard als 1. Vor­sitzender die Vereinsführung. Unter seiner Ägide änderte der Verein in der Jahres­hauptversammlung vom 29. Mai1949 seinen Namen wieder in „Turn- und Sportverein Einheit 1902 Weinheim“.

Weiter wurden die Erneuerungs- und Ausbesserungsarbeiten an Vereinshaus und Sport­platz im Birkenauer Tal vorläufig abgeschlossen, sodass endlich ein regelmäßiger Trainings- und Sportbetrieb stattfinden konnte, der dann auch die Wiedergründung einer Damenhandballmannschaft ermöglichte. Das Damenteam spielte in den Gründerjahren in der Kreisklasse Bergstraße des Handballkreises Mannheim.

Damenmannschaft des Jahres 1950

Leider stand der damalige Zeittrend der Weiterführung des Frauenhandballs entgegen, sodass das Damenteam nach kurzer Spielzeit aufgelöst werden musste, da es an Spie­lerinnen und Nachwuchskräften mangelte.

Erste Erfolge  1951 – 1958

Dass regelmäßiges Training unabdingbar für den Erfolg ist, zeigte sich bereits im Spieljahr 1951/52 bei der 1. Seniorenmannschaft. Gut vorbereitet startete man in die neue Verbandsrunde und schloss die Serie als Tabellenführer und Meister der B-Klasse ab.

Meistermannschaft 1951/52

Stehend von links: Mannschaftsbetreuer Albert Hannemann, Wilhelm Schuhmann, K. Schmitt, H. Klein, Emil Müller, Heinrich Moll, Jack Sprenger, Werner Diehm, R. Unger, H. Maser, H. Kaupert, 2. Abteilungsleiter Fritz Fath; kniend: H.Schmitt, W.Fünkner, Ludwig Erbsenbächer

Dieser Erfolg war aber auch Ausdruck der Energie des damaligen  Abteilungsleiters Ludwig Erbsenbächer, der mit zäher Beharrlichkeit den vorhandenen Spielerkader zu­sammenhielt und ihn gezielt verjüngte und verstärkte. Die aus der 1. Mannschaft aus­scheidenden Spieler vervollständigten erfolgreich die Reihen der 2. Garnitur, sodass auch diese Elf eine durchaus erfolgreiche Saison spielte.

Diese Erfolge, deren Höhepunkt der Aufstieg der 1. Mannschaft in die A-Klasse war, traten rechtzeitig zum 25-jährigen Bestehen der Handballabteilung ein, sodass dieses Jubiläum nicht nur ein gesellschaftliches, sondern mehr noch ein sportliches Ereignis wurde.

Bei den Jubiläumsspielen beteiligten sich u.a. unsere Nachbarvereine TSG Weinheim und TSV Birkenau, die sich auch im Endspiel gegenüber standen. Das Spiel endete 16:8 für Birkenau.

1. Vorsitzender Georg Reinhard bei der Begrüßung der beiden Mannschaften. Links: TSG Weinheim,  rechts: TSV Birkenau

1953 wurden die Spielklassen im Gau Baden neu geordnet. Das hieß für unsere Handballer, in der A-Klasse mindestens den 6.Tabellenplatz zu erreichen, um nicht abzusteigen. Mit guter Kameradschaft, spielerischem Können und einer enormen Energieleistung gelang es der 1. Mannschaft, auf den 5. Tabellenplatz vorzurücken und damit die Zugehörigkeit zur A-Klasse zu erhalten.

Über die damalige Leistungsstärke der TuS-Handballer gaben neben den Verbandsspielen auch Turnierspiele Auskunft, wie das zur damaligen Zeit richtungsweisende Freudenberg-Turnier, zu dem nur leistungsstarke Teams geladen wurden. Hier gelang es unserer Mann­schaft, bis ins Endspiel vorzurücken, was sie dann allerdings mit 9:6 Toren gegen den TSV Birkenau verlor, wobei man sagen muss, dass Birkenau damals bereits in der höchsten badischen Spielklasse ganz vorn mitspielte.

Die folgenden Jahre waren von anhaltender spielerischer Kontinuität geprägt. Die Mann­schaftsstärke der 1. Mannschaft beinhaltete solides Können, was den Erhalt der A-Klasse garantierte. Allerdings konnte aber auch keine spielerische Leistungssteigerung erreicht werden, um einen weiteren Aufstieg zu feiern.

Neben dem „Muss“ der Verbandsspiele hielt man in jener Zeit die „Kür“ der Freundschafts­spiele aufrecht. Vor allem die Verbindungen aus der vor- und unmittelbaren Nachkriegs­zeit wurden gepflegt und durch gegenseitige Besuche stabilisiert, wie der Freundschafts­besuch der Sportfreunde aus Düsseldorf-Gerresheim aus dem Jahr 1957 zeigt.

1. Vorsitzender Reinhard begrüßt die Mannschaften von Gerresheim und TuS 1902 Weinheim

Die beiden Mannschaften stellen sich den Pressefotografen – Gerresheim in weißen Hosen

Der Abstieg  1959 -1965

Dass man auf Dauer mit einem quantitativ geringen Spielerkader die Qualität einer Mannschaft nicht halten kann, musste die Handballabteilung leidvoll im Spieljahr 1959/60 erfahren. Nachdem Verstärkungen von außerhalb und der eigenen Jugend nicht zu bekommen waren, war der Abstieg aus der A-Klasse vorprogrammiert. Trotz aller An­strengungen der Aktiven kam die Mannschaft bei Saisonende als Tabellenletzter ein und musste im Folgejahr in der B-Klasse spielen.

Wer allerdings geglaubt hatte, in der B-Klasse leichteres Spiel zu haben, sah sich getäuscht, nicht nur, dass in dieser Klasse spielerisch starke Konkurrenzmannschaften spielten, war sie zusätzlich noch durchsetzt mit sog. Ib-Teams, deren Spieler das Reservoir höherklassig spielender Vereine waren und über entsprechende Trainings- und Personalmöglichkeiten verfügten. Nötig wäre nun eine schnelle quantitative und qualita­tive Verstärkung zumindest der 1. Mannschaft gewesen. Nötig wäre ein neuer Aufbruch mit Blick nach vorn gewesen. Stattdessen machte sich Resignation breit, der Rückschlag, der im Abstieg aus der A-Klasse gipfelte, hatte viele Aktive entmutigt, und als es in der B-Klasse nicht so lief, wie manche sich das teilweise recht blauäugig vorgestellt hatten, gaben einige Spieler, die durchaus in der 1. und 2. Mannschaft gebraucht wurden, auf, mit dem Ergebnis, dass die 1. Mannschaft laufend aus den Reihen der Reserve ergänzt werden musste, was schließlich noch während der Spielrunde zur Abmeldung der 2. Mannschaft führte.

So war die Handballabteilung in der Saison 1961/62 nur noch mit einer Mannschaft be­teiligt, deren spielerische Qualität aber nicht ausreichte, die B-Klasse zu halten. Als Fazit dieses Niedergangs musste der Abstieg in die C-Klasse akzeptiert werden. Hier endlich konnte sich die Mannschaft wieder fangen und frei von weiteren Abstiegs­sorgen auch guten Handball spielen. Dass allerdings auch in der untersten Klasse gut nicht gut genug für den Aufstieg war, war für viele eine neue Erfahrung. Und trotz Neueinteilung der unteren Klassen im Handballkreis Mannheim  – die Ib-Mannschaften wurden in einer eigenständigen Gruppe erfasst und waren nun nicht mehr direkte Konkurrenten der „kleineren“ Vereine – und einer leichten spielerischen Aufwärtsentwicklung, die dazu führte, dass man unsere Mannschaft in den Folgejahren immer in der Spitzengruppe der C-Klasse fand, reichte es nicht mehr für einen Aufstieg.

Langsame Erholung 1965 – 1972

Den Verantwortlichen, die Abteilung wurde nun von Sportkamerad Albert Hannemann geführt, war natürlich klar, dass nur ein grundsätzlicher Neuaufbau aus dem Tal führte. Unter der energischen Führung dieses Abteilungsleiters reorganisierte sich die Handballabtei­lung von Grund auf. Problem Nummer eins war die Nachwuchsfrage. Seit Jahren war keine gezielte Schüler- und Jugendarbeit mehr erfolgt. Ein Verein aber, von der Struktur und den finanziellen Möglichkeiten wie beim TuS 1902 Weinheim, kann seine Leistungsstärke nur aus dem eigenen Bereich herleiten, was eine solide Schüler- und Jugendarbeit erfordert.

Schülermannschaft 1965

Von links:Abteilungsleiter Wilhelm Schuhmann, Betreuer Willi Schmitt, Fath, Kochendörfer, Keil, Embach, Wohlfahrt, Peter Emig, Heiner Hannemann, Lammer, Wilhelm, Roland Emig, Makan, Dieter Schmitt,  Albert Hannemann

A-Jugend 1965

Von links: Abteilungsleiter Wilhelm Schuhmann,

Mit Siegfried Hartmann wurde ein Jugendleiter gefunden, dem es gelang, Schüler und Ju­gendliche sowohl sportlich als auch privat anzusprechen und sie für den Handballsport zu gewinnen. So wurde vor allem anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Handballabtei­lung 1967 zentraler Wert auf die Repräsentation des Jugendhandballs gelegt. Allein beim Jubiläums-Schülerturnier konnte man 16 Mannschaften begrüßen, was für die damalige Zeit ein Rekordergebnis war. Auch das mit 16 aktiven Mannschaften besetzte Starterfeld des Seniorenturniers stellte ein herausragendes Ergebnis dar und kündete von der Wertschät­zung, die die TuS-Handballabteilung in diesem Sportbereich genoss.

In einem Einlagespiel standen sich unser damals hochklassig spielender Nachbarverein TSG 1862 Weinheim und der TV Ruchheim gegenüber; Sieger wurde die TSG Weinheim.

Neben dem sportlichen Teil wurde das 40-jährige Jubiläum auch Mittelpunkt des gesell­schaftlichen Geschehens innerhalb der Abteilung und des Gesamtvereins. Der Ehrungs­abend mit Festakt fand unter Teilnahme des Vorsitzenden des Badischen Handballverbands, Ludwig Friedrich aus Karlsruhe, im Bienhaussaal statt.

Um die Bandbreite im Handballbereich zu erweitern, fasste die Abteilungsführung im Jahre 1970 den Entschluss, eine Frauenabteilung zu gründen und eine Damenhandball­mannschaft aufzubauen. Die Damensparte unter der Leitung von Heidrun Müller etablierte sich rasch und wurde schon nach kurzer Zeit in sportlicher und gesellschaftlicher Hin­sicht ein fester Begriff im Abteilungsleben. Noch im Gründungsjahr bestritt die neu­geformte Damenmannschaft ihre ersten Freundschaftsspiele, um sich im Handballsport im Umkreis vorzustellen und bekannt zu machen. Nebenbei dienten diese Spiele auch der Vorbereitung auf eine geplante Teilnahme am Punktspielwettbewerb, der dann in der Sai­son 1971/72 aufgenommen wurde.

Stete Aufwärtsentwicklung 1973 – 1978

Rechtzeitig zum 70-jährigen Jubiläum des Gesamtvereins begann die Wiedererstarkung im Handballbereich. Die 1. Mannschaft war nach Beendigung der Verbandsrunde in der Spitzen­gruppe der B-Klasse zu finden und auch bei der 2. Mannschaft, die ja Reservoir für die „Erste“ war, konnte man eine stetige Verbesserung der Spielstärke feststellen. Unter dem neuen Jugendleiter Siegfried Hartmann wurde die gesamte Palette der Jugendarbeit zielstrebig ausgebaut, mit dem Ergebnis, dass bereits 1974, zusätzlich zu den bereits bestehenden Schüler- und Jugendmannschaften, eine weibliche Schülermannschaft gebil­det werden konnte.

1975 war es dann endlich soweit; man konnte die Früchte dieser zähen und auch von Rückschlägen nicht freien Aufbauarbeit ernten: die 1. Mannschaft wurde unter Trainer Norbert Schmitt, einem auf dem Sprung in die deutsche Nationalmannschaft stehenden und zum Spielerkader des Bundesligavereins SG Leutershausen gehörenden Aktiven, Staffel­sieger und stieg in die Feldhandball-A-Klasse auf.

Meistermannschaft Feldhandball-B-Klasse

Stehend von links: Trainer Norbert Schmitt, Jürgen Fischer, Siegfried Hartmann, Willi Schmitt, Radomski, Hans-Peter Hördt, Jürgen Eigler, Bohrmann, 1. Vorsitzender des Gesamtvereins Fritz Eidenmüller, Ehrenvorsitzender Heinrich Dietz; vordere Reihe: Erich Wothringer, Peter Andres, Karl Lutz, Volker Ditrich, Jürgen Gulden, Rainer Fischer

Die B-Jugend wurde in der von ihr gespielten Kleinfeldrunde unangefochten Staffelsieger und kam so ebenfalls zu Meisterehren.

Meistermannschaft B-Jugend

Stehend von links: Elsbernd, Gerhard Moy, Robert Knauer, Harald Lerschl, Dieter Knauer, Günter Moy, Siegfried Hartmann, Willi Schmitt; vordere Reihe: Schneider, Habe,  Friedrichs, Arnold

Ausgerechnet in diesen Erfolg fiel der Beschluss des Deutschen Handballverbandes, keine deutsche Großfeldmeisterschaft mehr auszutragen. Diese Entscheidung hatte natürlich auch ihre Auswirkungen bis in die unteren Klassen. Das wettkampfmäßige Handballspiel wurde vom Feld in die Halle verlagert, so dass der Meisterschaft mit Aufstieg der 1. Mannschaft der verdiente Lohn versagt blieb. Für die Handballer insgesamt hieß es nun Neuorientierung bei Training und Spiel, da das Spiel auf Kleinfeldern und Halle andere Bedingungen und Voraussetzungen stellte, als das seither gewohnte Großfeldspiel. 1976 wurde die männliche B-Jugend erneut Staffelsieger in der von ihr gespielten Kleinfeldrunde. Ausschlaggebend für diese Meisterschaft war das auf neutralem Boden in Hohensachsen ausgetragene Entscheidungsspiel gegen TSV Birkenau, das unsere Ju­gendmannschaft mit 11:10 Toren gewann.

B-Jugendmannschaft Staffelsieger der Staffel 1

stehend von links: Abteilungsleiter Willi Schmitt, Trainer Siegfried Hartmann, Uwe Schmitt, Dieter Knauer, Robert Knauer, Harald Lerchl, Torsten Friedrichs, Elsbernd, Staffelleiter Hannemann; sitzend: Jürgen Knauer, Gerhard Moy, Argin Niciaus, Klaus Lang, Manuel Nieto

Einen besonderen Glanzpunkt setzte die Damenmannschaft mit einer sog. Doppelmeister­schaft. Das Team schloss die Feldrunde mit der Meisterschaft ab und stieg anschließend in der Hallensaison als Spitzenreiter der B-Klasse in die A-Klasse auf.

Das Damenteam Doppelmeister der Feld- und Hallenrunde 1976

Stehend von links: Ehrenvorsitzender Dietz, Trudel Moos, Birgit Kreußler, Waltraud Knappe, Heidrun Müller, Renate Hackental, Sonja Kreußler, Trainer Roland Becker, Leiter der Frauensparte Jürgen Gulden;
sitzend: Uschi Keßler, Hildegard Hedderid, Ilse Fischer, Margot Becker, Gertrud Weidenhaupt, Kaludia Wabro

1977, im Jahre des 75-jährigen Jubiläums des Gesamtvereins feierte die Handballabteilung unter Abteilungsleiter Willi Schmitt ihr 50-jähriges Bestehen. Sie erhielt anlässlich dieses Jubelfestes im Rahmen eines Festaktes am 11. Juni 1977 in der Weinheimer Stadthalle die Ehrenplakette des Deutschen Handballbundes. Wie aus der damaligen Festschrift über­liefert, erhielten zudem zahlreiche Sportkameraden der Abteilung ehrende Auszeich­nungen der verschiedenen Handballgremien.

Die Mannschaften der Handballabteilung im Jubiläumsjahr:

1. Mannschaft 1977

Stehend von links: H. Knauer, Gg. Schwellinger, S. Hartmann, H.-P. Hördt, H. Radomski; sitzend: K. Lutz, E. Wottringer, V. Dittrich, R. Fischer, G. Scheller

A-Jugend 1977

Stehend von links: Jugendleiter S. Hartmann, D. Knauer, R. Knauer, G. Moy, Gerhard Moy, Th. Schneider, Betreuer J. Elsbernd; sitzend: M. Nieto, P. Howe, R. Pfleger, A. Niclaus, T. Friedrichs

C-Jugend 1977

Stehend von links: Jugendleiter S. Hartmann, D. Kreußler, M. Moy, M. Knauer, M. Rodemich, T. Steinhaus, R. Ackermann, W. Rick, Betreuer R. Fischer; sitzend: W. Laudenkloß, Ch. Laier, M. Linz, F. Emmler, H.P. Kühnel

D-Jugend 1977

Stehend von links: Jugendleiter S. Hartmann, B. Hartmann, W. Gutfleisch, G. Müller, V. Müller, L. Franco,  Betreuer H. Hördt;
sitzend: T. Nieto, C. Goduti, L. Goduti, S. Kreußler, T. Ehret

Damenmannschaft 1977

Stehend von links: Abteilungsleiter S. Hartmann, H. Müller, U. Kessler, H. Müller, S. Kreußler, G. Weidenhaupt, Betreuer Radomski; sitzend: N. Bauer, J. Fischer, W. Knappe, R. Hackental, E. Gulden

Weibliche Jugendmannschaft 1977

Stehend von links: Betreuer H. Knauer, R. Lammer, I. Ebert, U. Berg, K. Bock, S. Seeger, B. Kreußler, S. Kreußler, Betreuer M. Bienhaus; sitzend: G. Glock, M. Altig, S. Kessler, C. Hördt, C. Wabro

Weibliche Schülermannschaft 1977

Stehend von links: Abteilungsleiterin H. Müller, B. Linz, S. Burger, S. Fieger, B. Schrödelsecker, C. Dieth, S. Groffmann, Betreuerin U. Kessler; sitzend: B. Mulack, Ch. Schreiner, B. Ege, S. Falter, D. Kessler

1978 erreichte eine besondere Ehrung die Handballabteilung, als ihr langjähriger Leiter in den 60-ziger Jahren, Albert Hannemann, den Ehrenbrief als höchste Aus­zeichnung des BHV erhielt. Diese hohe Belobigung war Dank für Albert Hannemanns rast­lose Arbeit in Sachen Handball und Verein.

Konsolidierung 1979 – 1992

Nach dieser Hochzeit im sportlichen und gesellschaftlichen Leben der Handballabteilung trat eine Phase der Beruhigung ein, ohne jedoch das Abteilungsleben absterben zu lassen. Obwohl in den Folgejahren des 50-jährigen Jubiläums sportlich herausragende Ergebnisse im Abteilungsbereich nicht zu verzeichnen waren, zeigten sich die TuS 1902-Mannschaften überall, wo Handball gespielt wurde, mit dem Erfolg, dass man bei einem eigenen Turnier insgesamt 22 Jugend- und 18 aktive Mannschaften begrüßen konnte, Zahlen von denen man heute weit entfernt ist. Sieger dieses Großturniers wurde die TSG Lützelsachsen. Auch der Gesamtverein wusste diese rege Abteilung zu schätzen. Und als der damalige 1. Vorsitzende Fritz Eidenmüller sein Amt zur Verfügung stellte, baten die verantwort­lichen Vereinsgremien Siegfried Hartmann, den Abteilungsleiter „Handball“ für das va­kante Amt zu kandidieren. In der Jahreshauptversammlung von 1980 wurde Siegfried Hart­mann von den Mitgliedern des TuS 1902 Weinheim einstimmig zum 1. Vorsitzenden des Gesamt­vereins gewählt. Daneben übte er aber auch noch weiterhin die Tätigkeit als Handballabteilungsleiter aus. Er hat noch heute beide Po­sitionen inne.

Quasi als Bestätigung für die Richtigkeit der Mitgliederentscheidung brachte Siegfried Hartmann als Talent die Staffelmeisterschaft der weiblichen A-Jugend mit in sein neues Amt ein.

1981 schaffte endlich auch die 1. Seniorenmannschaft wieder einen größeren sportlichen Erfolg, als sie in der Hallensaison von der 4. Division in die 3. Division aufstieg.

1982 hatte die Handballabteilung den Tod ihres Gründungsmitgliedes aus dem Jahre 1927, Ludwig Erbsenbächer, zu beklagen. Erbsenbächer, der auch großen Anteil an der Wieder­gründung der Abteilung im Jahre 1947 hatte, war seiner Verdienste wegen Ehrenmitglied des Gesamtvereins, sodass dem TuS 1902 Weinheim durch seinen Tod insgesamt einen herben Verlust zu tragen hatte.

Am 28. Juni 1983 erweiterte die Handballabteilung ihre sportliche Palette um eine weitere Sparte. In der Gaststätte „Zum Schlachthof“ versammelten sich 17 Interessenten, um eine AH-Abteilung zu gründen. Zum ersten Leiter dieser neuen Sparte wurde der Sportkamerad Karl Lutz gewählt. Damit existierte nach rund 20 Jahren des Nichtbestehens wieder eine „Alte Herren“ – Riege, deren hauptsächliche Aufgabe das Auffangen der aus dem Spielbetrieb der aktiven Kader ausscheidenden Spieler war.

Daneben setzte sich die Neugründung aber auch in gesellschaftlicher Hinsicht einige Fixpunkte, um das Abteilungsleben zu beleben.

Dem Abteilungsleiter der neugegründeten Handballunterabteilung war vor allem wichtig,  durch regelmäßige Zusammenkünfte ein Kameradschaftsgefühl zu entwickeln und das Zusam­menwachsen zu erleichtern. Darum erstellte das verantwortliche Gremium um Karl Lutz einen turnusmäßigen Trainingsplan und nahm mit ersten Freundschaftsspielen am Spiel­betrieb teil.

Stehend von links: Siegfried Hartmann,

1985 nahm die AH-Mannschaft dann auch erstmals  an der Verbandsspielrunde teil.

1987 feierte die Handballabteilung ihr 60-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass ergingen im Rahmen einer Feierstunde unter Teilnahme von OB Uwe Kleefoot im Bienhaussaal eine Reihe von Ehrungen für 25, 40 und 50-jährige Mitgliedschaft. Für ihre 60-jährige Tätig­keit im Verein und hauptsächlich natürlich für die Handballabteilung, wurde Elisabeth Schuhmann zum Ehrenmitglied ernannt.

Den Ehrenbrief des BHV, als höchste Auszeichnung, erhielten vom Vorsitzenden der techn. Kommission im BHV, Hans-Georg Teufel, unsere Mitglieder Heinrich Dietz und Georg Bolz. Heinrich Dietz war Gründungsmitglied der Handballabteilung 1927 und der Neu- bzw. Wie-dergründung 1947, darüberhinaus als Schriftführer und schließlich als 1. Vorsitzender des Gesamtvereins tätig und bereits seit 1969 Ehrenvorsitzender des TuS 02 Weinheim. Georg Bolz war ebenfalls Mitglied der 1927er Gründung und der Wiedergründung 1947, machte sich dann als langjähriger Vereinskassier einen Namen. Er war seit 1977 Ehren­mitglied des Gesamtvereins.  Der Handballabteilungsleiter und 1. Vorsitzende des Gesamtvereins, Siegfried Hartmann, wurde für seine Verdienste mit der goldenen Ehren­nadel ausgezeichnet.

Leider endete dieses so freudig begonnene Jahr mit einem traurigen Ereignis. Ehren­mitglied und Inhaber des Ehrenbriefes des BHV, Sportkamerad Georg Bolz, erholte sich nicht mehr von seinem Leiden und verstarb noch im Jubiläumsjahr.

1990 erreichte auch unseren ehemaligen in den 60-ziger Jahren langjährigen Abteilungs­leiter Albert Hannemann der längst verdiente Dank des Gesamtvereins. Im Rahmen des Winterfestes, am 10. November 1990 im Rolf-Engelbrecht-Haus, wurde er zum Ehrenmitglied von TuS 1902 Weinheim ernannt.

1991 schrieb die Handballabteilung endlich auch wieder einen sportlichen Erfolg. Nach Ablauf der Hallensaison 1990/91 stieg die 1. Seniorenmannschaft in die B-Klasse auf.

Meistermannschaft 1991/92

Stehend von links: Dirk Kreußler, Frank Baudouin, Jürgen Eigler, Harald Lerchl, Thomas Weber, Abteilungsleiter Siegfried Hartmann; sitzend: Sven Hartmann, Frank Lutz, Dieter Knauer, Hans-Peter Kühnle, Norbert Müller

Durch Ausbau der 2. Mannschaft, die als Unterbau und Spielerreservoir für die 1. Garnitur unersetzlich war, konnte in das Jahr 1992, dem Jahr des 65. Bestehens der Handballab­teilung, mit zwei starken Teams gestartet werden.

 2. Mannschaft 1991/92

Stehend von links: Jürgen Sommer, Peter Zink, Harald Knauer, Jürgen König, Jürgen Eisele, 1. Vorsitzender und Abteilungsleiter Siegfried Hartmann; sitzend: Robert Knauer,………………………………., Erich Wottringer, Mathias Knauer

Auch im Damen- und Jugendbereich baute die Handballabteilung schlagkräftige Mannschaf­ten auf. Die Bilder zeigen:

Damenmannschaft 1991/92

Stehend von links:
sitzend:

Männliche Jugendmannschaft 1991/92

Stehend von links:
sitzend:

Neue Wege  1993 – 1994

In den Folgejahren beschäftigte die Handballabteilung regelmäßig zwischen vier und acht Mannschaften im Spielbetrieb, was natürlich auch einen enormen personellen Auf­wand  sowohl an Spielern als auch an Trainern und Betreuern erforderte. Trotz aller Anstrengungen und Bemühungen war auf die Dauer qualifiziertes Personal in dieser er­forderlichen Größenordnung nicht zu halten bzw. zu gewinnen, zumal – mit Ausnahme des Aktiventrainers – jegliche Arbeit auf ehrenamtlicher Basis erfolgte. Um auch in Zukunft alle Spielklassen, und hier insbesondere im Jugendbereich, mit schlagkräftigen Mann­schaften besetzen zu können, musste darum nach neuen Wegen gesucht werden, nachdem eine nüchterne und realistische Analyse erbracht hatte, dass ein solches Vorhaben bereits mittelfristig nicht mehr mit eigenen Kräften möglich sein würde. Verschiedene Möglichkeiten wurden erwogen. Als erfolgversprechendste Variante erschien die Bildung einer Spielgemeinschaft, wie es im näheren und weiteren Umkreis in den verschiedensten Sportarten schon erfolgreich von vielen Vereinen praktiziert wurde. Auf der Suche nach einem geeigneten Partner, stießen die Verantwortlichen auf den Nach­barverein FV 09 Weinheim, dessen Handballabteilung vor ähnlichen Problemen stand, wie die unsrige.

Nach ersten Vorgesprächen zwischen den Führungsgremien beider Abteilungen kam unsere Abteilungsleitung um Siegfried Hartmann zum Ergebnis, dass der Weg zur Bildung einer Handballspielgemeinschaft mit dem FV 1909 Weinheim praktikabel und vor allem auch in spielerischer Hinsicht erfolgversprechend sei.

Nachdem auch Mitgliederbefragungen in den Abteilungen beider Vereine positive Signale zur Bildung einer Handballspielgemeinschaft gaben, trafen sich die Vorstände der bei­den Abteilungen nach vier beratenden Sitzungen zur entscheidenden Versammlung im April 1994 in der Vereinsgaststätte auf dem Sportgelände im Birkenauer Tal, um den Mitglie­dern beider Abteilungen den Vertragsentwurf zur Bildung einer Handballspielgemeinschaft vorzustellen. In der vollbesetzten Gaststätte votierten die Versammelten bei einer Enthaltung einstimmig für diesen Vertrag, sodass dem Zusammenschluss unter dem Namen „Handballspielgemeinschaft (HSG) TuS 1902/FV 1909 Weinheim nichts mehr im Wege stand. Mit Wirkung vom 1. Mai 1994 an nahmen die Mannschaften unserer Abteilung und die des FV 1909 Weinheim unter diesem Namen am Spielbetrieb teil. Die Versammelten wählten Siegfried Hartmann zum 1. Abteilungs­leiter der Neubildung Handballspielgemeinschaft.

Das Wappen der Handballspielgemeinschaft

Weinheimer Nachrichten vom 11. April 1994

Die Handballspielgemeinschaft – HSG – 1994 – 1998

Im Groben beinhaltete die Rechtsform der Handballspielgemeinschaft, dass beide Ab­teilungen in Rechten und Pflichten gleichberechtigte Partner unter dem Dach der HSG waren, daneben aber mit ihren Mitgliederbeständen in ihrem jeweiligen Verein verblieben. Die Seniorenmannschaften der HSG bei Männern und Frauen mussten in der B-Klasse begin­nen. Die 1. Männermannschaft unter dem neuverpflichteten Trainer Volker Leitwein griff bereits im Mai 1994 in den Spielbetrieb ein und hatte bei der Pokalrunde mit dem Sieg gegen den zwei Klassen höher spielenden TSV Sandhofen ein gutes Ergebnis vorzuweisen. Aber auch in den beginnenden Punktspielen hielt sich die Mannschaft ständig in der Spitzengruppe.

Auf der Weihnachtsfeier im Dezember 1994, als erstem größeren gesellschaftlichen Er­eignis der HSG, konnte der 1. Vorsitzende für nahezu alle sieben im aktiven Spielbetrieb stehenden Mannschaften eine sportlich gute bis ausgezeichnete Bilanz ausweisen, die das Damenteam unter seinem Trainer Dirk Kreußler mit der Meisterschaft in der B-Klasse und dem damit verbundenen Aufstieg in die A-Klasse krönte.

Meistermannschaft Damen 1994/95

Stehend von links: Co-Trainer Frank Lutz, Kirsten Bönig, Anja Hilz, Petra Höhnle, Jeannette Höhnle, Ute Sonn, Trainer Dirk Kreußler; vordere Reihe: Susanne Fieger, Regina Eberhardt, Jutta Martin, Jana Donath

1. Mannschaft 1994/95

Stehend von links: 1. Vorsitzender und Abteilungsleiter Siegfried Hartmann, Jürgen Eigler, Torsten Hartmann, Norbert Müller, Bernd Jöst, Dieter Knauer, Dirk Unrath, Rolf Wetzel, Trainer Volker Leitwein;
sitzend: Klaus Seils, Sven Hartmann, Uwe Eschwey, Holger Dielmann, Bernardo Figueras, Uwe Hofmann

Auch die 2. Mannschaft schaffte mit dem Vizemeistertitel in der Reservestaffel A des Handballkreises Mannheim einen schönen Erfolg und nachdem die Mitglieder beider Ab­teilungen über Erwarten gut miteinander harmonierten, konnte Vorsitzender Siegfried Hartmann bei der ersten Jahreshauptversammlung der HSG im Mai 1995 einen runden Erfolg für die Neugründung bilanzieren.

2. Mannschaft  1994/95

Stehend von links: Schiedsrichter Kurt Bölke, Jürgen Sommer, Jürgen Hördt, Harald Lerchl, Frank Baudouin, Bernd Walter, Philipp Eidenmüller; vordere Reihe: Rolf Wetzel, Hans-Rudolf Dausch, Günter Seils, Uwe Hofmann, Jürgen Eisele, Dirk Kreußler

Die AH-Mannschaft spielte in der Verbandsrunde eine gute Rolle; sie belegte einen mittleren Tabellenplatz. Zur Geschichte: Die 1983 gegründete AH hatte sich mit Beginn der 90er Jahre wieder aufgelöst. Bei Gründung der HSG konnte der Partner FV 09 bereits eine gut funktionierende AH vorweisen, die bereits im Jahre 1963 den Spielbetrieb aufgenommen hatte. Damals galten nur Spieler ab 35 als AH-Spieler. Gespielt wurde meistens im Hessischen, denn dort konnten bei Großfeld-Turnieren und Freundschaftsspielen bis zu zwei Spieler ab 32 Jahre mit eingesetzt werden. Erst am Anfang der 70er Jahre wurde das AH-Alter vom Deutschen Handballbund auf 32 Jahre festgesetzt. Von dieser Zeit an wurden auch Verbandsspiele, an denen die AH des FV 09 von Anfang an teilnahm, in Turnierform durch den Handballkreis Mannheim durchgeführt, denn zu dieser Zeit waren nur wenige Hallen vorhanden, die das Hallenhandballspiel erlaubten. Mitte 1970 hatten dann viele Gemeinden neue Hallen erbaut, die dann auch einen geregelten Spielbetrieb auch für AH-Mannschaften ermöglichten. Nicht nur im spielerischen, sondern auch im gesellschaftlich Bereich, sah diese Mannschaft ihre Aufgabe. Jährliche AH-Freizeiten über mehrere Tage nach Bayern, in den Schwarzwald, ins Altmühltal, an den Bodensee und auf Mallorca wurden bis heute zur Tradition. Bekannt sind auch die seit Jahrzehnten durchgeführten Rundenabschlüsse im heutigen Philipp-Eidenmüller-Keller, zu denen mit „Kind und Kegel“ eingeladen wird. Donnerstags treffen sich aktive – nach dem Training – und passive Alte Herren zum geselligen Beisammensein im Philipp-Eidenmüller-Keller. Unsere Gourmetköche, Klaus Kubach und Karl Lutz, sorgen dort regelmäßig für das leibliche Wohl.

Alte Herren 1994/95

Stehend von links: AH-Leiter Hans Unrath, Frank Baudouin, Harald Lerchl, Jürgen Sommer, Bernd Walter, Klaus Preßler, Rudolf Dausch;
sitzend: Kurt Bölke, Günter Seils, Willi Etzel, Peter Zink

Auch die Saison 1995/96 brachte sportlich gesehen gute Erfolge der sechs im Punktspiel­betrieb stehenden HSG-Mannschaften, obwohl beim 1. Männerteam rein vom spielerischen her wesentlich mehr als der 5. Tabellenplatz möglich gewesen wäre. Leider betrachtete ein Teil der Spieler das Handballspiel mehr oder weniger als Freizeitvergnügen mit der ent­sprechenden Spiel- und Trainingsauffassung. Dem versuchten die Verantwortlichen mit der Forcierung der Jugendarbeit entgegenzuwirken. Nur über die Erhöhung der Qualität der aktiven Spieler konnte ein stärkeres Konkurrenzdenken innerhalb des Kaders erreicht werden, und dies war bei der momentanen Situation nur über den verstärkten Einbau von Jugendspielern in den Kreis der Aktivität möglich. In diesem Zusammenhang wurde ein erfolgversprechender Weg in dem vom BHV geförderten Nachwuchsprogramm „Kooperation Schule – Verein“ beschritten, bei dem sich insbesondere 1. Jugendleiter Wolfgang Frank, 2. Jugendleiter Sven Hartmann und, als Lehrer in der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, Jürgen König engagierten.

Auch wurden gute Leistungen der Jugend­mannschaften mit finanzieller Unterstützung der Gesamtabteilung honoriert. So durfte z. B. die weibliche B-Jugend-Mannschaft als Ansporn für weitere gute Arbeit an einem Großturnier vom 14. bis 22. April 1995 in Rosas/Spanien teilnehmen.

Daneben wurde auch das von den 09ern übernommene Zwei-Burgen-Kleinfeldturnier unter guter Beteiligung fortgeführt und die AH-Mannschaft, unter Leitung von Hans Unrath, schwelgte bei einem Großfeldturnier in Viernheim nochmals in Nostalgie.

Bei einer solch regen zielbewussten Arbeit der Führungsetage und der Abteilungsmitglie­der blieben Erfolge nicht aus. Die HSG konnte bereits im Spieljahr 1996/97 neun Mannschaf­ten zum Spielbetrieb melden, wobei besonders erfreulich war, dass sämtliche Teams, von den Senioren, inclusive Alte Herren, über die Damensparte bis zu den Jugend- und Schülermannschaften um vordere Plätze spielten.

1. Mannschaft 1996/97 

Stehend von links: 1. Vorsitzender und Abteilungsleiter Siegfried Hartmann, Uwe Eschwey, Torsten Hartmann, Jürgen Eigler, Scheidel, Dieter Knauer; sitzend: Dirk Kreußler, Sven Hartmann, Uwe Hofmann, Bernardo Figueras, Jörg Amend, Holger Dielmann; vordere Reihe: Frank Lutz, Bernd Jöst

Alte Herren bei der Sportwoche des TV Oberflockenbach 1996

Stehend von links: Rolf Wetzel, Harald Lerchl, Kurt Bölke, Jürgen Hördt, Klaus Preßler, Bernd Walter, AH-Spielwart Hans Unrath; vordere Reihe: Hans-Rudolf Dausch, Bernd Jöst, Peter Zink

Wieder war es hierbei das Damenteam, das einen Glanzpunkt mit dem Aufstieg in die Kreis­liga (die höchste Frauenklasse im Handballkreis Mannheim) setzte, was das gesteckte Ziel „Klassenerhalt“ bei weitem übertraf, wie die Spartenleiterin Jutta Martin bei der Jahres­hauptversammlung am 5. März 1998 im Philipp-Eidenmüller-Keller feststellen konnte.

Vizemeister 1996/97 und damit Aufsteiger in die Kreisliga

Stehend von links: Anja Hilz, Jeannette Höhnle, Regina Kreußler, Petra HöhnleV, S. Kinscherf-Koch, Jutta Martin; sitzend: Susanne Figueras, A. Heinrich, Kirsten Bönisch, Cornelia Hutter, M. Becker, Trainer Dirk Kreußler;  liegend: Jana Donath

Auch die B-Jugendmannschaft schnitt mit einem Meisterschaftserfolg überdurchschnittlich gut ab. Jedoch wurde dieser Erfolg durch die Tatsache getrübt, dass man auf Grund von – verletzungsbedingtem – Spielermangel das A-Jugend-Team während des Rundenverlaufs abmel­den musste. Der eklatante Mangel an A-Jugend-Nachwuchsspielern betraf allerdings nicht nur unsere Abteilung, sondern war symptomatisch für alle Vereine im Handballkreis Mann­heim, in dem nur noch drei Mannschaften als vollwertige Spielpartner betrachtet werden konnten. Trotzdem war insgesamt im Jugendbereich ein deutlicher spielerischer Aufwärts­trend erkennbar. Ganz offensichtlich begann der Zusammenscnluss von TuS 1902 und FV 1909 zu einer HSG erste Früchte zu tragen.

1. Mannschaft 1997/98

Stehend von links: Trainer Karl-Heinrich Fath, Dirk Kreußler, Torsten Hartmann, Frank Lutz, Jürgen Hördt, Dirk Unrath, Michael Grießer, 1. Vorsitzender und Abteilungsleiter Siegfried Hartmann, Jürgen Eigler; vordere Reihe: Daniel Schmitt, Michael Kunkel, Andreas Kunkel, Sven Hartmann, Uwe Eschwey, Uwe Hofmann

Im gesellschaftlichen Bereich nutzte die Abteilung die von der Stadt Weinheim gewährten finanziellen Vergünstigungen in Bezug auf die Kontaktpflege mit der Partnerstadt Cavaillon. So wurde im März 1998 ein Mehrtagesausflug mit einer großen Abordnung in die südfranzösische Stadt unternommen. Verbunden mit einem Besichtigungsprogramm in der Pro­vence trugen unsere Herren- und Damenteams Freundschaftsspiele gegen die dortigen Handballer aus.

Unsere Herrenmannschaft gewann dieses Spiel, unsere Damenmannschaft spielte gegen eine männliche A-Jugendmannschaft und verlor knapp. Die vorgesehene französische Damenmannschaft aus Arles musste kurzfristig wegen anderweitiger Verpflichtungen absagen.

Logo des Handball-Club Cavaillon

HSG TuS 02/FV 09 in Cavaillon 1998

Stehend von links: Trainer Karl-Heinrich Fath, 1. Vorsitzender und Abteilungsleiter Siegfried Hartmann, ein Cavaillonese in unserem Trikot, Dirk Unrath, Jürgen Sommer, Jürgen Hördt, 9 Spieler von Cavaillon; sitzend: Hans-Rudolf Dausch, Andreas Kunkel, Robert Kopp, Frank Lutz, Michael Kunkel, Sven  Hartmann, Uwe Eschwey, Torsten Hartmann, 2 Spieler von Cavaillon

Auch das Zwei-Burgen-Turnier zeigte im Jahre 1998 wieder aufsteigende Tendenz. Insgesamt 44 Mannschaften, von den Senioren, über die AH-Teams, Damen- und Jugendmannschaften kämp­ften an drei Tagen um Turnierehren. Ein voller Erfolg auch das am Freitag ausgetragene sogenannte „Gerümpelturnier“, bei dem Laienteams mit manchmal so abenteuerlichen Namen wie „Uhu-Plus“, „Uffbasse“, „Lucky Looser“ etc. um den Turniersieg spielten.

In der Vorbereitungsphase zur Hallensaison 1998/99 wurden die männlichen Aktivitätsmannschaften von dem ehemaligen Birkenauer Bundesligaspieler Rolf Höhne trainiert. Die Abteilungsführung versprach sich durch die angenommene Erfahrung dieses Coaches mehr als  nur den Klassenerhalt in der A-Klasse.

Bei den Turnieren, die in der Spielpause bis zum Rundenbeginn 1998/99 besucht wurden, und die mit der Vorbereitung auf die neue Saison dienten, zeigte sich vor allem die 1. Herrenmannschaft in einer guten Form, wie die Plazierungen offenbarten.

Das Ende der Handballspielgemeinschaft  1999

Diese Zeit relativen Erfolgs geriet ins Wanken durch die finanziellen Schwierigkeiten, in die der Gesamtverein des HSG-Partners FV 09 Weinheim geriet. Dort bilanzierte man im Frühjahr 1998 ein so großes finanzielles Minus, dass der Club vor der Entscheidung stand, sich durch Konkurs aufzulösen oder einen Partner zu finden, mit dem er fusio­nieren konnte. Offenbar waren zu diesem Zeitpunkt diesbezüglich schon weitgehende Vorgespräche mit Verantwortlichen der TSG

1862 Weinheim geführt worden, in die die Handballabteilung des FV 09 Weinheim nicht mit eingebunden war. Kurz vor Jahresende 1998 kam dann auch das endgültige „Aus“ für den FV 09 Weinheim. Der Verein wurde auf­gelöst, sein Restbestand an Spielern, Mitgliedern, Gerätschaften und noch vorhandenen Immobilien in die TSG Weinheim überführt. Mit der Auflösung des Gesamtvereins FV 1909 Weinheim war auch das Ende der Handballspielgemeinschaft gekommen, da sich der Auflö­sungsvertrag auf alle Sparten des Fußballvereins bezog. Es gab also rechtlich keine Handballabteilung FV 1909 Weinheim mehr.

Die Mitglieder dieser Abteilung beschlossen jedoch mehrheitlich, weiter mit dem TuS 02 Weinheim zusammenarbeiten zu wollen, da sich in den Jahren der HSG ein solides Ver­trauensverhältnis zwischen den Vertragspartnern gebildet hatte. Allerdings war das Unternehmen „Handballspielgemeinschaft“ beendet. Ab sofort musste der TuS 1902 Weinheim den Spielbetrieb im Handballbereich wieder alleine tragen. Die Mitglieder und Spieler der FV 1909 Handballabteilung traten ab dem Jahre 1999 nach und nach in ihrer übergroßen Mehrheit dem TuS 1902 bei. Bei der Weihnachtsfeier am 22. Dezember 1998 gab der letzte Abtei­lungsleiter der FV 1909-Handballer, Philipp Eidenmüller, die Auflösung dieser Abteilung offiziell bekannt.

Eine offene Frage bildete der Handballkeller im Sepp-Herberger-Stadion. Mit Verant­wortlichen der TSG 1862 Weinheim konnte ein Konsens dahingehend getroffen werden, dass die Immobilie weiterhin von uns genutzt werden konnte, was insbesondere dem inneren Zusammenhalt der Abteilung zugute kam.

Im Rahmen der Traditionsveranstaltung „Jahresabschluss“ wurde der Handballkeller, der bis dahin keinen besonderen Namen hatte, seinem Begründer Philipp Eidenmüller, ehema­liger Abteilungsleiter der FV 1909 Handballabteilung, gewidmet und trägt seitdem den Na­men „Philipp-Eidenmüller-Keller“.

Weinheimer Nachrichten 7. Januar 1999

Rückkehr zu den Wurzeln  1999 – 2001

Nachdem mit Beginn des Jahres 1999 das Projekt „Handballspielgemeinschaft“ endgültig zu den Akten gelegt werden konnte, war wieder volle Konzentration auf den sportlichen Teil des Abteilungslebens angesagt. Bis zum Ende der Saison gelang es dann auch tat­sächlich in vielen Spielbereichen in der Kernstadt Weinheim die Nummer 1  im Handball zu werden und insbesondere den härtesten Konkurrenten TSG Weinheim hinter sich zu lassen.

Tabellen zum Rundenabschluss 1998/99

In der Jahreshauptversammlung nach Beendigung der HSG, im April 1999, betonte Abteilungs­leiter Siegfried Hartmann nochmals ausdrücklich, dass das Unternehmen „Handballspiel­gemeinschaft“ kein Fehler, sondern der in der damaligen Situation einzig richtige Weg für beide Abteilungen (TuS 02 und FV 09) gewesen sei. Der sportliche Aufschwung in den letzten fünf Jahren hat dies auch deutlich bewiesen. In der Ära HSG waren durchschnitt­lich neun Mannschaften im Spielbetrieb beschäftigt gewesen, zwei Aufstiege der Damen­mannschaft, ein Aufstieg der 1. Herrenmannschaft sowie eine Meisterschaft der B-Jugend und eine der D-Jugend in ihren Kreisstaffeln waren Erfolge, die in dieser Konzentration noch niemals gefeiert werden konnten.

Auch in gesellschaftlicher Hinsicht war die Zeit der HSG von vitalem Leben erfüllt. Triebfeder war hier insbesondere die AH-Abteilung, ohne deren Ideen, Hilfe und Unter­stützung manche Veranstaltung weit weniger publikumswirksam gestaltet worden wäre. Die Jahresausflüge der Handballer, die Trainingslager der verschiedenen Aktivitäts­mannschaften, die Weihnachtsfeiern, die Jahresabschlüsse bzw. Neujahrsempfänge waren Arrangements mit beachtlicher Außenwirkung geworden und sind noch heute fest verankert im Terminkalender der Handballabteilung.

In das Spieljahr 1999/2000 gingen alle Abteilungsmannschaften wieder unter dem Signum „TuS 1902 Weinheim“. Die Qualität der Teams konnte im wesentlichen gehalten werden. Nur knapp verpasste die 1. Männermannschaft den Aufstieg in die Kreisliga, in der die Damen­mannschaft das ihr gesteckte Ziel „Klassenerhalt“ sicher erreichte. Die Spielzeit 2000/2001 begann für die männlichen Aktivitätsmannschaften unter Trainer Karl-Heinrich (Bubi) Fath mit einer gründlichen Vorbereitungsphase, zu der Turnierbe­suche ebenso zählten, wie das obligatorische Trainingslager. Dass die Truppe „gut drauf“ war zeigen Bilder und Tabellenstände bis zum Jahresende.

Turniersieger in Lützelsachsen

Stehend von links: Trainer Karl-Heinrich Fath, 1. Vorsitzender und Abteilungsleiter Siegfried Hartmann, Dirk Kreußler, Jürgen Hördt;
vorne: Jörg Amend, Andreas Kunkel, Uwe Eschwey, Torsten Hartmann, Sven Hartmann

   Weinheimer Nachrichten 12. Dezember 2000

Weinheimer Nachrichten 18. Dezember 2000

Die Weihnachtsfeier 2000 mit über 100 Gästen war der würdige Rahmen für eine besondere Ehrung unseres 1. Abteilungsleiters und 1. Vorsitzende des Gesamtvereins Siegfried Hartmann. Der Geschäftsführer des Badischen Handballverbandes – BHV -, Uwe Ziegenhagen, zeichnete Siegfried Hartmann für seine Verdienste um den Verein TuS 1902 Weinheim und den Handballsport mit dem Ehrenbrief des BHV, der höchsten von diesem Verband zu vergebenden Auszeichnung, aus.

Verleihung des Ehrenbrief des Badischen Handballverbandes (BHV) an Siegfried Hartmann (rechts) durch den Geschäftsführer des BHV Uwe Ziegenhagen

Dass die außergewöhnliche Zähigkeit und Beharrlichkeit, mit der Siegfried Hartmann sämtliche Krisen und Rückschläge in seinen nunmehr 20 Jahren Vorstandsarbeit gemeistert hatte, Früchte trug, zeigte der Zustandsbericht der Abteilung, der anlässlich der Jahresabschlussveranstaltung im Philipp-Eidenmüller-Keller abgegeben wurde. Die 1. Herren­mannschaft und die AH-Mannschaft hatten Aufstiegsplätze inne, das Damenteam konnte sich unter seinem Trainer Torsten Hartmann nach anfänglichen Schwierigkeiten fangen, und stand im gesicherten Mittelfeld und auch über die Arbeit des Jugendtrainerstabes um Gerhard Kuhn, Holger Dielmann und Jürgen König war nur Lobendes zu vernehmen. Jugend­leiter Wolfgang Frank hatte zudem in seinem Bereich den höchsten Mitgliederzuwachs  innerhalb der Abteilung zu verzeichnen.

Wie eng jedoch im Sport Erfolg mit Misserfolg verknüpft sind, zeigte sich schon ein Vierteljahr später. Die 1. Männermannschaft war schlecht in das Jahr 2001 gestartet und bei der qualitätsmäßigen Dichte der A-Klassenmannschaften wirkten sich eine oder zwei Niederlagen schon äußerst negativ aus.

Schnell waren zwei bis drei Plätze in der Tabelle verloren und auch der 14:25 Kanter­sieg im April 2001 im Stadtderby gegen die TSG Weinheim, mit dem man zwar unterstrich, dass unsere Mannschaft zur Zeit die Nummer 1 im Handball der Kernstadt ist, änderte nichts mehr daran, dass der Aufstieg in die nächsthöhere Klasse verschoben werden musste.             

1. Mannschaft 2000/2001

Stehend von links: Trainer Karl-Heinrich Fath, Jürgen Eigler, Michael Grießer, Kai Plambeck, Oliver Plambeck, Torsten Hartmann, Dirk Unrath, Abteilungsleiter Siegfried Hartmann; sitzend: Uwe Eschwey mit Tochter Vanessa, Klaus Düsel, Jan Rödel, Frank Lutz, Sven Hartmann, Robert Kopp

Auch die C-Jugend, lange auf Meisterschaftskurs liegend, wurde kurz vor Ende der Sai­son noch abgefangen. Das entscheidende Spiel gegen die JSG Bergstraße ging vor zahl­reichen Zuschauern nach dramatischem Kampf mit vielen guten Spielszenen auf beiden Seiten knapp verloren. Damit blieb unserer Jugendmannschaft „lediglich“ der zweite Platz.

Männliche C-Jugend im Spieljahr 2000/2001

Stehend von links:
sitzend:

Weinheimer Nachrichten 2. Mai 2001

Alte Herren 2001

Stehend von links: Gerhard Kuhn, Jörg Amend, Hans-Rudolf Dausch, Jürgen Sommer, Karl-Heinrich Fath, Bernd Walter, AH-Leiter Hans Unrath,  Klaus Preßler; sitzend: Holger Dielmann, Uwe Eschwey, Mathias Knauer, Kurt Bölke, Uwe Hofmann. Die fehlenden Spieler sind im Bericht der WN vom 2. Mai 2001 genannt.

Besser machten es dagegen die AH-Handballer, die  im Schlussspurt Meister der B-Klasse wurden und in die A-Klasse – die höchste Klasse für AH-Mannschaften im Handballkreis – aufstiegen. Ausschlaggebend war das letzte Rundenspiel gegen Vogelstang, das unbedingt mit einer Tordifferenz von plus 14 Toren gewonnen werden musste, um gegenüber der punktglei­chen TSG Lützelsachsen das bessere Ende zu haben. Dass dieses Husarenstück gelang, wirft ein bezeichnendes Licht auf den Teamgeist der AH-Truppe. Besonders freute sich darüber AH-Leiter Hans Unrath, der schon Jahrzehnte beim FV 09 und bei der HSG die Alten Herren betreute, und für ihn der letzte Aufstieg von der B- in die A-Klasse schon lange zurücklag.

Leider traf die Abteilung in letzter Minute dieser an Dramatik reichen Saison noch ein unangenehmer Tiefschlag. Unser Damenteam, scheinbar schon aller Abstiegssorgen ledig, musste nach der endgültigen Tabellenabrechnung aufgrund des schlechteren Torverhältnis­ses gegenüber dem „Abstiegsmitkonkurrenten“ TSV Mannheim, zurück in die A-Klasse.

Damenmannschaft im Spieljahr 2000/2001

Stehend von links: Daniela Kuhn. Kirsten Bönig, Hartmann, ?????, Susanne Figueras, Trainer Torsten Hartmann, Jutta Martin; kniend: ……….., …………, ……….., ……….; liegend: ………

Unsere 2. Mannschaft belegte nach Abschluss der Runde den 5. Tabellenplatz.

2. Mannschaft im Spieljahr 2000/2001

Stehend von links: Dieter Knauer, Jürgen Sommer, Jörg Amend, Jürgen Hördt, Daniel Schmitt, Bernd Walter, Holger Dielmann;
vordere Reihe: Hans-Rudolf Dausch, Andreas Kunkel, Michael Kunkel, Uwe Hofmann; liegend: Bernardo Figueras

Die männliche A-Jugendmannschaft, die zum Großteil aus jüngeren Spielern bestand, musste gegen 18-jährige Spieler antreten und zog bei den Spielen meist den Kürzeren. Im kommenden Spieljahr 2001/2002 stehen die Chancen im vorderen Teil der Tabelle mitzuspielen nunmehr bedeutend besser.

Männliche A-Jugend im Spieljahr 2000/2001

Stehend von links: Angelika Kuhn, Axel Weilert, Paul Dillmann, Tobias Diehm, Robert Henschel, Jeremias Blume, Riduan El Quitar, Gerhard Kuhn; sitzend: Anton Weilert, Sascha Lange; liegend: Marc Heinzelbecker. Es fehlen: Holger Göldner, Philipp Stöhr, Florian Meyer

Vergessen wollen wir nicht unseren aktiven Schiedsrichter Kurt Bölke, der seit 1995 im Kreis Mannheim seine nicht immer leichte Aufgabe zuverlässig durchführt und damit dem Verein eine Menge Strafgelder erspart hat. Neu hinzugekommen ist unser Sportkamerad Stefan Freudenberg, der nun zusammen mit Kurt Bölke im Gespann pfeift.

Damengymnastikabteilung

1960 fand eine zahlenmäßig kleine Frauengruppe zusammen, die sich zwar sportlich, nicht aber verbandsmäßig gebunden, betätigen wollte. Für eine reine private Initiative be­standen allerdings erhebliche Schwierigkeiten im Finden eines Übungsleiters und geeig­neter Räumlichkeiten. Diese Probleme ließen sich im Verbund mit einem Sportverein ein­facher lösen. So schloss sich diese Frauengruppe als „Damengymnastikabteilung“ dem TuS 02 Weinheim als dritte Abteilung, neben den bereits bestehenden Fuß- und Handball­abteilungen an.

Als Übungsraum erhielten die Damen die Turnhalle in der Friedrichschule zugeteilt und in Werner und Lore Diehm wurden auch geeignete Übungsleiter gefunden. 1965 übernahm Georg Müller die Trainingsstunden der Gymnastikdamen, die aber mehr und mehr Schwierig­keiten hatten, ihre jüngeren Mitsportlerinnen bei der Stange zu halten. Die hatten am Handballspiel Gefallen gefunden und wandten sich darum diesem dynamischen Spiel zu. Die Gründung einer Damenhandballsparte innerhalb der Handballabteilung des TuS 1902 Weinheim war dann auch 1970 das vorläufige Ende der Damengymnastikabteilung. Frigga Groß war es, die 1977, rechtzeitig zum 75-jährigen Vereinsjubiläum, mit von der ehemaligen Gymnastikgruppe übriggebliebenen Damen und neuhinzugekommenen Interessentin­nen die Gymnastikabteilung wiederbegründete und aufbaute.

Damengymnastik 1977

Hintere Reihe von links: Doris Kochendörfer, Hilde Schuhmacher, Jutta Heinzelbecker, Margarete Becker, Rosita Donauer, Helene Krastel, Frigga Groß: mittlere Reihe: Erika Elsishans, Helga Schneider, Bärbel Wacker, Karin Krastel, Traudel Streib, Klara Hassel;
vordere Reihe: Dagmar Vollrath, Hilde Müller

1987 übernahm Doris Kochendörfer die Abteilung als verantwortliche Leiterin, die in ihrer Form ein etabliertes Mitglied im Gesamtverein war und ein recht interessantes Bindeglied zwischen den einzelnen Vereinsabteilungen darstellte.

10-jähriges Bestehen Frauengymnastik

Von links: Helene Krastel, Klara Hassel, Traudel Streib, Frigga Groß, Karin Krastel, Doris Kochendörfer,  Hilde Schuhmacher, Karin Naumburg, 1. Vorsitzender Siegfried Hartmann

Einen Mitgliederschub erhielt die junge Abteilung im März 1996, als sich 11 weitere Damen der Gymnastikgruppe anschlossen. Bis heute hat sich die Zahl der Neuhinzugekom­menen nahezu verdoppelt, sodass den Verantwortlichen um diese Abteilung nicht bange zu sein braucht.

Die Gymnastikabteilung hat nicht den Ehrgeiz, sich wettbewerbsmäßig mit anderen Ver­einen zu messen. Entsprechend stehen neben der körperlichen Ertüchtigung auch gesellige Termine, wie Spaziergänge, Ausflüge und Besichtigungen – aber auch kleinere Laufeinheiten mit ungezwungenem Abschluss, im Programm. Weitere Fixpunkte sind die jährlichen Abteilungsweihnachtsfeiern, die in gesellig-fröhlichem Rahmen veranstaltet werden, so­wie die Teilnahme an Festlichkeiten des Gesamtvereins. Die Einbindung in das Programm des Gesamvereins erfolgt jedoch ohne jeglichen Zwang. Die Aktivgruppe steht unter Führung von Inge Eidenmüller, die Übungsstunden geleitet von Hannelore Schenk finden jeden Donnerstag, 19.30 Uhr in der Sporthalle der Albert-Schweitzer-Schule statt und werden mit einem „Damenstammtisch“ beendet.

Damengymnastik 2001

Von links: Inge Eidenmüller, Birgit Wacker, Ulrike Höhl, Rosi Wetzel, Karin  Eidenmüller, Gabriela Geldner, Marie-Luise Balk-Egger, Birgit Trosky, Monika Unrath, Birgit Lutz, Doris Stahl, Gerlinde Vierheilig, Bernadette Schröder, Marianne Schromm, Ingrid Feyerabend, Hannelore Schenk. Es fehlen: Brigitte Seibold, Leni Michel, Christa Bergmann,  Angelika Wolfsberger, Annemarie Schork